LISA-FAS Libertäre Initiative Sozial Arbeitender (WIEN)

Entries from August 2007

Sabotage in der sozialen Arbeit

August 30, 2007 · 3 Kommentare

Das Wort Sabotage entstand wahrscheinlich durch die Tatsache, dass französische Arbeiter während der industriellen Revolution ihre Holzschuhe (frz. „sabot“) in die Mäh- und Dreschmaschinen warfen, um gegen die fortschreitende Mechanisierung der Arbeit zu kämpfen, oder um sich eine Auszeit zu nehmen, bis die Maschinen repariert waren, wenn dieses überhaupt noch möglich war. Aus diesem Grund wurde der Sabot als ein Symbol der anarchistischen Arbeiter benutzt. (wikipedia.org)

Sabotage, eine absichtliche Störung eines ökonomischen und auch militärischen Systems, wird immer wieder als Mittel der Direkten Aktion für den anarchosyndikalistischen Arbeitskampf genannt. Dieses Mittel soll zum Erreichen von politischen Zielen der Basis oder zur Behinderung des Gegners (Kapitalist, Staat, Militär, …) verwendet werden.

Doch es stellt sich die Frage ob und wie Sabotage im sozialen Bereich anwendbar ist. Ist eine derartige Maßnahme überhaupt moralisch vertretbar? Schadet mensch damit nicht den sozialen Institutionen und den KlientInnen? Und warum sollte mensch keine anderen Mittel wählen?

Der Soziale Bereich agiert in vielen Belangen wie jeder andere Wirtschaftszweig auch. Entscheidungen werden von oben getroffen, der/die Einzelne und auch die Basis hat kaum oder keinen Einfluß auf grundlegende Entscheidungen. Im sozialen Bereich wird durch prekäre Anstellungsverhältnisse Armut geschaffen. KlientInnen werden als das soziale Problem definiert, sie werden integriert und kontrolliert. Während das kapitalistische System expandiert.

So etwas darf auch kritisieret werden. Solange sich soziale Betriebe in einem „sozialen Schein“ suhlen können werden die Bedingungen nur noch schlechter werden. Wenn die Basis nicht mehr parieren will, dann wird sie sich widersetzten müssen. Bei starren Strukturen bietet sich hierbei Sabotage an. Und eines ist uns klar: Es ist legitim zur Verteidigung und zur Erkämpfung von grundlegenden menschlichen Bedürfnissen und Rechten diejenigen zu sabotieren, die diese Rechte unterbinden.

Der Sabot im sozialen Bereich des 21. Jahrhunderts wird wohl keine Schuhe mehr in irgendwelche Maschinen werfen. Sie oder er wird eher bestimmte Tätigkeiten unterlassen oder blockieren. So ist es sehr wahrscheinlich, daß es so manche z.B. unterlassen KlientInnen nicht nach der Staatsbürgerschaft zu fragen um eine Diskriminierung von MigrantInnen verhindern. Auch denkbar ist es, daß mensch Kontrollen – davon gibt es viele in der sozialen Arbeit – widersetzt, nicht ausführt, weil er/sie erkennt, daß so manche Kontrolle die Würde der KlientInnen oder deren Privatsphäre verletzten.

Auszeiten können sich sozial Arbeitende mit Sabotage auch immer noch nehmen. Unseren ArbeitgeberInnen, die uns viel abverlangen und wenig zurückgeben wollen, werden wir zwar keine Schuhe an die PC´s oder am Schädel werfen, jedoch können langsames Arbeiten und „Krankenstände“ zum Teil regulierend auf Streß und lange Arbeitszeiten wirken. Eine Packung Kaffee u./o. sonstiges vom Arbeitsplatz nach Hause transferiert kann helfen die lächerlich niedrigen Löhne in der sozialen Arbeit etwas auszugleichen. Die zusätzlichen Kosten können den ArbeitgeberInnen einen Eindruck vermitteln, in welche Richtung sich das Budget bei fairer Bezahlung bewegen würde.

Und nicht vergessen: lasst euch nicht erwischen. (göf)

Kategorien: Methoden

Kontakt

August 18, 2007 · Keine Kommentare

sternlisa.GIF

mail: lisa.syndikat(ät)linuxmail.org

Post: Stiftgasse 8, 1070 Wien c/o Hängematte

web: www.lisasyndikat.wordpress.com

Am besten erreichst du uns wenn du uns eine e-mail sendest. Wir werden uns dann bemühen, dass diese in einem angemessenen Zeitraum beantwortet wird. Über Termine und Treffen kannst du dich auf unseren Blog informieren.

Kategorien: Kontakt