LISA-FAS Libertäre Initiative Sozial Arbeitender (WIEN)

Entries from September 2007

SozialarbeiterInnen als LaienrichterInnen?

September 25, 2007 · Keine Kommentare

In den letzten Tagen schwirrt die Nachricht durch die Medien, dass Justizministerin Maria Berger Reformen für die bedingte Haftentlassung plant. Der Online-Standard berichtet [hier], dass künftig über die bedingte Entlassung von Häftlingen zwei BerufsrichterInnen und ein/e qualifizierte LaienrichterIn entscheiden sollen. Auf Ö1 wurde nicht nur von LaienrichterInnen, sondern dezitiert von SozialarbeiterInnen gesprochen, die über die bedingte Entlassung mitentscheiden/ mitrichten sollen. Ein Schritt in die richtige Richtung?

angry judge
Sozialarbeit der Zukunft?

Vorerst sollte festgehalten werden, dass die überwältigende Mehrheit der Verurteilungen und Inhaftierungen, in direkter oder indirekter Folge, auf geltende Eigentumsverhältnisse zurückzuführen ist. Menschen verstoßen gegen Eigentumsrechte und werden dafür verurteilt und eingesperrt. Die Ursache für Raub, Betrug und Diebstahl liegt primär in der geltenden gesellschaftlichen Ordnung, die den Schutz von Eigentum - das Grundlage kapitalistischer Produktion ist - über die Freiheit und Gleichheit der Menschen stellt. Eine freie und libertäre Gesellschaft kommt jedoch ohne die geltenden Eigentumsverhältnisse aus, da sie auf solidarischen und gemeinschaftlichen Prinzipien basiert. Eine freie Gesellschaft kommt daher auch (weitgehend?) ohne Gefängnisse aus, bzw. sieht temporären Freiheitsentzug als letztes Zwangsmittel, um die Freiheit der restlichen Bevölkerung zu garantieren.
SozialarbeiterInnen sollten daher für die Abschaffung von Haft eintreten und sich nicht auf den sauberen und humanen Ablauf dieser beschränken, damit das Werkl gut läuft. Die Ausübung richterlicher Funktionen ist berufsethisch nicht vereinbar. SozialarbeiterInnen können nicht die künftigen Handlungen einer Person voraussehen und das ist auch nicht ihre Aufgabe! Sozialarbeit kann nicht Aufgaben der Judikative übernehmen, genau so wenig wie die der Exekutive („Obacht SozialhacklerIn: Ned packln mit der Kiwarei!“).
Ambitionen sich als Profession zu etablieren scheinen heutzutage sehr verlockend zu sein. Die Verlockung die eigene Profession in Frage zu stellen und an deren Abschaffung zu arbeiten ist für uns noch größer.
Uns muss bewusst sein, dass Sozialarbeit zwar Aufgaben übernimmt, die in der jetzigen Gesellschaft unabdingbar sind. Die gesellschaftliche Veränderung erfolgt jedoch über die Bekämpfung der HERRschaftsmechanismen und nicht über die Bekämpfung und identifizierung immer neuer Symptome und Problemfelder, die sozial bearbeitet werden müssen.
Daher sagen wir nein zu SozialarbeiterInnen als RichterInnen! Nein zu elektronischen Fußfesseln zur Ausweitung von Haft! Nein zu elektronischen Fußfesseln als Ausweitung der Totalüberwachung! Nein zur Schubhaft und nein zu Gefängnissen überhaupt! (ep)

Kategorien: Aktuelles · Kritik

Veranstaltung des “Allgemeines Syndikat Wien”

September 18, 2007 · Keine Kommentare

Allgemeines Syndikat präsentiert

ANARCHOSYNDIKALISMUS HEUTE

“Eine kämpferische Gewerkschaft, ohne bezahlte Funktionäre, Bürokraten und Nadelstreif-Bonzen; Eine Gewerkschaft, in der ALLE Mitglieder ALLE Fragen gleichberechtigt und gemeinsam entscheiden; Eine Gewerkschaft, in der sich sowohl Menschen, die bereits mitten im Arbeitsleben stehen, als auch solche, die erst auf dem Weg dorthin sind oder kurzzeitig davon ausgeschlossen wurden, einbringen können und für ihre Interessen gemeinsam kämpfen; die nicht nur Löhne verteidigt, sondern auch die Würde der Lohnabhängigen, und das nicht in Vertretung, sondern direkt mit den Betroffenen…
Ist so etwas überhaupt möglich? Ja, und so etwas gab es schon seit jeher und existiert auch heute weiterhin in vielen Ländern. Eine der erfolgreichsten dieser Gewerkschaften, die auch “anarchosyndikalistisch” genannt werden, ist die spanische CNT. Zwei ihrer Aktivisten werden über diese Form von ArbeiterInnen-Kampf berichten, über die Abläufe, Mittel und Ziele, die sie verfolgen und warum sie es für erfolgreicher und vielversprechender halten, als die reformistischen und bürokratischen Gewerkschaften vom Typ eines ÖGB.”

Für einen gewerkschaftlichen Kampf mit anderen Mitteln und Zielen!

24.9. ab 19:00 Amerlinghaus, 7., Stiftgasse 8, Wien (Großer Saal Erdgeschoss)

Eintritt frei! Für günstige Getränke ist gesorgt!

Programm:

ANARCHOSYNDIKALISMUS HEUTE
Vortragende: Juan Giménez - CNT Granada & Miguel Angel Martínez - CNT Almeria
1. Klassische Definition des Anarchosyndikalismus
2.1. Der historische Anarchosyndikalismus - Beginne rund um den Streit Marx-Bakunin
2.1.1. Die IAA von damals bis heute - Rückblick über die Geschichte der IAA
2.1.2. Die spanische CNT-IAA - kurzer Rückblick über die Geschichte der CNT
3.1. Anarchosyndikalismus heute - Stärke der Kämpfe, Beispiele für aktuelle Kämpfe, Warum Anarchosyndikalismus und nicht bloß föderativer Anarchismus, Kreation neuer Syndikate & Propaganda für die Sache, Klassenbewusstsein aus aktueller Sicht, Föderalismus zur Problemlösung mit Beispielen, Wahlbeteiligung & Delegiertensystem VS Direkte Aktion, Warum lehnen wir den Staat ab, Was ist das Ziel des Anarchosyndikalismus - “reformistische” Taktik & libertär-kommunistische Strategie, Auseinandersetzung mit SIL bzw. CGT, CNT-Vignoles, SAC

Weiters wird auch LISA dort anwesend sein.

Kategorien: Termine

Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten …

September 10, 2007 · 2 Kommentare

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Prokop-Prozeß:

Zweite Runde, Mittwoch 19.9., 13 Uhr, Landesgericht, 1080 Wickenburggasse 22, Saal 203/2. Stock.

Asyl in Not: Wir bieten den Wahrheitsbeweis: Liese Prokop war eine Ministerin für Folter und Deportation.

Wir haben noch 2 alte Solidaritätsbekundungen zu diesem Thema gefunden und bei den Kommentaren hinzugefügt.

Kategorien: Termine