Gewerkschaft von unten!
April 16, 2008 · Keine Kommentare
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SOLIDARITÄT mit Utah Phillips!
April 6, 2008 · Keine Kommentare
Der Wobbly-Barde Utah Phillips ist schwer erkrankt. Er kann nicht mehr auftreten und braucht dringend finanzielle Unterstützung.
Utah Phillips hat Zeit seines Lebens als IWW-Musiker, Sänger, Dichter, Schriftsteller und, vor allem, Organizer den Geist des Kampfes gegen die Bosse und für eine bessere Welt hochgehalten.
„Nun ist es an der Zeit”, wie es seine Unterstützer in den USA ausdrücken, „ihm zu zeigen, was wir von ihm gelernt haben und die Solidarität, die er uns gelehrt hat, praktisch werden zu lassen.”
Wer unseren “fellow” unterstützen will, soll sich bitte beim Sekretariat der FAS unter “foed-sekretariat(at)lnxnt.org” melden!
Solidarity forever!
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Demokratie und derlei Firlefanz, oder warum der ÖGB nicht refomierbar ist!
April 2, 2008 · 1 Kommentar
Über den Unterschied von Selbstorganisierung und Stellvertretersystem anhand des Beispieles der MA 15.
Es heißt ja, wir leben und arbeiten in einem demokratischen System. Da gibt es Wahlen, Meinungs- und Redefreiheit sowie Mitbestimmungsrechte. Ein parlamentarisches System zeichnet sich dadurch aus, dass die Demokratie nicht direkt, sondern indirekt ist. Das rührt unter anderem daher, da die sogenannten Gründerväter der ersten großen demokratischen Republik der Neuzeit, also den USA, eine gewisse Skepsis – wenn nicht sogar Angst – vor der direkten Machtausübung durch das Volk hatten. Man spricht deshalb auch von einem Repräsentativsystem oder Stellvertretersystem.
Der Artikel über die Machenschaften, oder besser – Nichtmachenschaften – der FSG in der MA 15 weiter unten auf dieser Seite beschreibt wie solch ein System in der Praxis funktioniert: Ich wähle theoretisch Stellvertreter (PersonalvertreterIn/Betriebsräte). Diese bilden mit StellvertreterInnen aus anderen Bereichen ein Gremium, welches wiederum ein Gremium auf höherer Ebene bildet. Theoretisch deshalb, da in Wahrheit nicht direkt gewählt wird, und auf höheren Ebenen Personen auch schon mal bestimmt werden (z.B. vom ÖGB). DieseR, meinE StellvertreterIn handelt per Gesetz in meinem und im Interesse des Betriebes. Diese Person ist aber meiner Meinung nicht verpflichtet, sondern handelt nach eigenem Gutdünken. Zumeist aber handelt sie im Interesse der Organisation, für die sie kandidiert (z.B. Fraktion im ÖGB). Man spricht von einem freien Mandat. Kompliziert? Nun, so etwas wird Mitbestimmung genannt. Dieses System führt soweit, dass eben auch oppositionelle Gruppen innerhalb des ÖGB der Basis erklären, dass Kampfmaßnahmen unrealistisch sind, da ja die Mehrheitsfraktion immer dagegen sei. Das einzige Gremium, das von der Basis selbst gebildet (wenngleich auch nicht einberufen) wird, ist die Betriebsversammlung bzw. Dienststellenversammlung. Hier kann die Basis zumindest ihre direkten RepräsentantInnen befragen und Anträge stellen.
So z.B. auch geschehen bei der letzten Dienststellenversammlung der MA 15 im Mai 2007. Die Versammlung der Bediensteten der MA 15 stellte Anträge an den sogenannten Dienststellenausschuss. Das ist die Versammlung der PersonalvertreterInnen. Die Anträge beinhalteten unter Anderem eine klare Ablehnung von Privatisierungen und Ausgliederungen. Dies wurde von allen PersonalvertreterInnen (also auch FSG) angenommen und an die Abteilungsleitungsleitung weitergeleitet. Das nächst höhere Personalvertretungsgremium, der Hauptausschuss, verweigerte nun durch die FSG Mehrheit seine Zustimmung bzw. Solidarität („die Partei, die Partei, sie hat immer recht…“). Man bedenke: es handelt sich lediglich um einen Forderungskatalog, ohne auch nur zu erwähnen, was man zu tun gedenke, wenn die Forderungen nicht erfüllt werden. Der ÖGB kämpft ungern und gestreikt darf nur werden, wenn die Teilgewerkschaft – genaugenommen deren Vorsitzende - zustimmt. Protest verpufft in den bürokratischen Gremien, so diese sich nicht ohnehin offen gegen ihn wenden. Hieran scheitern die oppositionellen ArbeiterInnen, Gruppierungen und Fraktionen innerhalb des ÖGB regelmäßig. Es geht nichts weiter. Dadurch entsteht ein immenser Frust, der unlängst wieder einmal dazu geführt hat, sich zu überlegen, eine eigene Partei zu gründen. Abgesehen davon, dass es ja schon unzählige wahlwerbende „Arbeiterparteien“ gibt, wird aus einer perspektiv- und Ideenlosigkeit heraus auf einmal der politische, dem ökonomischen Kampf vor gezogen. Warum!!!??? Es ist der ÖGB, der die Schwachstelle darstellt, nicht das Konzept - oder eigentlich die Realität - des ökonomischen Kampfes!
Anders verhält es sich mit dem Konzept der direkten Demokratie, welches wir vertreten. Ausgangspunkt jeglicher Diskussion, Entscheidung und Aktion ist immer die Basis. Also im erwähnten Fall, die Vollversammlung der Bediensteten. Es gibt keine RepräsentantInnen in dem Sinn, lediglich Delegierte mit imperativen Mandat. Das heißt, diese Delegierte dürfen ausschließlich die Basisbeschlüsse weitergeben, niemals aber eigenständig handelt. Sie können darum jederzeit von der Basis abgewählt werden. Es würde also im Idealfall eine regelmäßig abgehaltene Vollversammlung im Betrieb bei Bedarf Delegierte auf Zeit oder für einen bestimmten Auftrag bestimmen. Niemals aber auf Dauer einer “Legislaturpriode” oder ähnlichem. Dauerbelegschaftsvertreter oder Gewerkschaftsfunktionäre hätten keinerlei Einfluss auf die Basis, sie wären auch schlichtweg überflüssig. In einem hierarchischen System werden Information nach oben und Befehle nach unten geleitet. In einem hierarchiefreien System verfügen alle über die notwendigen Informationen um entscheiden zu können und alle über die dieselbe Macht Beschlüsse zu fassen (also eigentlich gar keine Macht für niemanden).
Es geht nicht um die Frage, ob “gute” oder “schlechte” Personalvertretung/Betriebsrat, sondern um die Frage: „Mitbestimmung oder Selbstbestimmung?“. Indem ich nämlich RepräsentantInnen stellvertretend für mich entscheiden und handeln lasse, verliere ich meine eigene Stimme. Die Struktur des ÖGB und der Personalvertretungs- und Betriebsratsgremien, welche maßgeblich vom ÖGB mit gestaltet wurden, sind strikt hierarchisch, während es in einem direktdemokratischen, selbstorganisierten Organisationen kein Oben und kein Unten gibt.
Jetzt werden manche anmerken, dass unser Modell nicht dazu taugt, z.B.
Kollektivverträge auszuhandeln. Das mag stimmen. Nur, ein Kollektivvertrag ist vielleicht verhandelbar, unsere Würde aber definitiv nicht! Sozialer Fortschritt, Demokratie und ein Einkommen mit dem man auskommen kann, wurden immer schon eher erkämpft als ausverhandelt. Eine wirkliche „Demokratisierung der Arbeitswelt“ (ArbeiterInnenselbstverwaltung) kann nur mit wirklich demokratischen Mitteln (Basisdemokratie/Direkte Demokratie und Direkte Aktion) erreicht werden. Es geht also darum, selbstorganisierte Betriebsgruppen innerhalb selbstorganisierter Syndikate (lokale Industriegewerkschaft) aufzubauen und Vollversammlungen anzuregen bzw. zu bilden. Bist du dabei?
Dann raus aus dem ÖGB – hinein in die LISA - FAS!

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LISA - Audio
März 24, 2008 · Keine Kommentare
Wer schon immer etwas über die LISA wissen wollte, aber zu faul war sich unsere Texte durchzulesen, für den/die haben wir jetzt einen weiteren Beitrag im Audioformat.Enstanden ist das Ganze bei einer Radiosendung, die jeden Sonntag im allerfreiesten Radio Wiens zu hören ist
.
Dauer: 19min45sek - Dateigröße: 27,1MB
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Wie gelb* kann eine Gewerkschaft werden?
März 20, 2008 · 3 Kommentare
Neulich in der Arbeit schau ich, böses ahnend, in mein Posteingangsfach. Was ich vorfand war jede Menge Arbeit und ein Flugzettel der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) der GdG (Gewerkschaft der Gemeindebediensteten). Ist ja der ÖGB an sich schon ein undemokratischer, hierarchischer Moloch, zeichnet sich die FSG der GdG nochmal dadurch aus, als verlängerter Arm der Chefität zu fungieren.
Lisa und Otto NormalarbeiterIn hört ja ansonsten sehr wenig von der FSG. Plötzlich ist es aber deren besonderes Anliegen festzustellen, dass „das Ziel der KIV-UG ist, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MA15 Angst hervorzurufen“. War ich doch etwas verwundert über die Tatsache an sich, amüsierte mich gleichzeitig der Inhalt der Aussendung. Die KIV, so die FSG, würde trotz besseren Wissens bevorstehende Ausgliederungen und Privatisierungen „behaupten“. Und, was am schändlichsten ist, schrecken diese Leute auch nicht davor zurück, Anträge, die „den selben Unsinn beinhalten“ an den Hauptausschuss (gewerkschaftlich-rechtliches Gremium) zu stellen. Das verurteilen die FSGler aufs schärfste, ist da zu lesen und dass es keinen Grund zur Panik und Verunsicherung gäbe, da ja „Die Mitwirkung der FSG ein Garant für Ihre (also die der HacklerInnen in der MA 15) Zufriedenheit mit und am Arbeitsplatz“ sei. JA, Wir MA 15 Bedienstete arbeiten unter unsicheren Bedingungen und JA wir haben Angst. Die KIV kann da nichts dafür, sie spricht nur aus was ist! Ein (mein) KIV Personalvertreter erklärte mir mal, dass die Anträge aus Dienststellenversammlungen von einer Zwischeninstanz (hab’ den Namen jener vergessen) geprüft werden, um dann gefiltert in den Hauptausschuss zu gelangen. Also so was gibt’s ja nicht mal im Iran oder China. Entweder Demokratie oder keine Demokratie. Aber ja, man muss diesen Störenfrieden, die sich erdreisten unbequeme Fragen zu stellen, schon mal die Rute ins Fenster stellen!
Wie dem auch sei: Die FSG ist sich nicht zu blöd, die wenigen demokratischen Mitwirkungsrechte der ArbeiterInnen in Frage zu stellen!Aber halt! Es macht schon Sinn, dass diejenigen die über das Schicksal der Öffentlichen Dienstleitungen in Wien entscheiden (SPÖ) gleichzeitig die gewerkschaftlichen VertreterInnen der ArbeiterInnen in dem Bereich sind (FSG). Keine Panik, keine Angst, wir mauscheln, kuschen und packeln weiter…. Demokratie? Wer braucht so was? Wunderlich ist aber, dass in letzter Zeit auch FSG-PersonalvertreterInnen ihren Unmut geäußert haben und nun aber alles – laut Flugblatt – in Ordnung zu sein scheint. Was ist der Grund dieser Hanswurstiade? Möglicherweise ein Ordnungsruf der „Parteifreunde“ aus dem Rathaus? Im Prinzip ist mir das ja egal, ich bin weder bei der KIV, noch beim ÖGB. Und es fragt sich, ob es überhaupt dafür steht, diesen patscherten Angriff der FSG zu kommentieren.Es steht aber dafür, das ganze Kasperltheater mal zu überdenken. Der ÖGB ist nicht reformierbar. Wie gelb muss eine Gewerkschaft werden, bis sie keine mehr ist? Es braucht eine neue Gewerkschaft - und diesen Aufruf richte ich vor allem auch an EUCH, KollegInnen von der KIV!
Ert, MA 15 Hackler
Mitglied der Libertären Initiative Sozial Arbeitender
* Unter einer gelben Gewerkschaft versteht man eine Gewerkschaft, die den Interessenskonflikt zwischen UnternehmerInnen und ArbeiterInnen verneint und somit auch den gewerkschaftlichen Kampf ablehnt. Nicht selten werden gelbe Gewerkschaften von Unternehmen selbst ins Leben gerufen und/oder finanziert. Es kommt auch vor, dass das Unternehmen versucht mit der Zuckerbrot-Taktik (Privilegien für die GewerkschaftsfunktionärInnen), eine bestehende Gewerkschaft auf seine Seite zu ziehen, um sie somit zu einer “gelben” zu machen.
Bis vor Kurzem konnte man auf der Homepage des “Verbandes Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (http://www.voegb.at)” noch die Definition, was eine gelbe Gewerkschaft ist, nachlesen.
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Von der Pflege von Menschen …
März 4, 2008 · Keine Kommentare
… zur Auflösung der Familie
Seit Monaten sorgt die „Pflegedebatte“ immer wieder für viel Diskussionsstoff in den Medien. Der Haupttenor liegt dabei auf den jeweiligen „Lösungsansätzen“ der beiden Regierungsparteien. Bei allem worüber sich die Regierung in ihrer Scheindiskussion hier streitet, ist sie nicht in der Lage die Problematiken zu beseitigen.
Die Gruppe der pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige stehen vor dem Problem, dass der Staat deren Versorgung und Betreuung finanziell und personell Mittel unterversorgt und zusätzlich deren Selbsthilfe illegalisiert. Es handelt sich hier um einen Staat der sich in einem Transformationsprozeß befindet. Er beschränkt sich zunehmend auf seine „Kernkompetenz“: Der Sozialstaat muss dem Kontrollstaat weichen. Oder anders: Sozialer Friede wird in Zukunft nicht mehr erkauft, sondern durch den staatlichen Gewaltapparat hergestellt!
Obwohl der Staat im Sozial- und Gesundheitsbereich sehr auf Deregulierung bedacht ist, tritt er in der häuslichen Pflege sehr regulativ auf. Anstatt gewachsene Selbsthilfestrukturen und offizielle Institutionen zu stärken und zu unterstützen, stülpt er ein bürokratisch, juristisches Regelwerk darüber. Ob mensch qualifiziert genug ist jemanden das Essen zu verabreichen, das mensch selbst gekocht hat oder ob mensch die Qualifikation besitzt jemand anderen ein Pflaster aufzukleben, will der Staat bestimmen.
Ausgebildete Pflegekräfte, durch deren prekäre Arbeitsverhältnisse die Versorgung vieler pflegebedürftiger Menschen erst ermöglicht würde, sind zur Zielscheibe geworden. Dass ein Teil dieser Pflegekräfte aus anderen, benachbarten Staaten kommt scheint der inländischen Medienlandschaft & PolitikerInnenriege hierbei besonders aufzustoßen. Eine neue Gruppe von „Illegalen“ wurde eingeführt und zwar jene der „illegalen Pflegekräfte“.
Die Sozial- und Gesundheitssysteme im sogenannten Westen befinden sich nun schon seit einigen Jahren im steten Abwärtstrend. Das ist insofern eine Zäsur, da das Nachkriegssystem, aufgebaut auf relativ hohen Löhnen - zumeist für die männlichen „Familienoberhäupter“ - und einem funktionierenden Pensions- und Sozialsystem erlaubte, dass unbezahlte Haus- und Pflegearbeit zumeist von „Hausfrauen“ geleistet werden konnte. Andererseits eben ermöglichte der Sozialstaat, dass die entstehenden Pflege- und Betreuungskosten weitestgehend abgedeckt wurden. Die mangelnde berufliche Qualifikation vieler Angehöriger wurde und wird bis zum heutigen Tage nicht berücksichtigt. Zu einer oft zusätzlichen Berufstätigkeit, ökonomischen Engpässen uvm. führt das zu einer Dauerbe- & überlastung der pflegenden Angehörigen, denen selten ein befriedigender Mechanismus zur Entlastung zur Verfügung steht.
Neuerdings aufkommende Parolen wie „Wohin mit den Alten?“ oder „Die Kinder sind unsere Zukunft!“ sind bei weitem keine leeren Phrasen. Sie zeigen unverhohlen auf, dass das System Familie zuallererst ein ökonomisches Verhältnis darstellt.
Wie aber schon die ländliche Großfamilie durch die industrielle Revolution aufgelöst wurde, löst sich nun die fordistische Kernfamilie auf und weicht den Anforderungen einer auf Einzelkampf aufbauenden Ökonomie und Ideologie. Die moralisch verklärte Familie (sei es der „ewige Bund vor Gott“ oder die „Keimzelle des Staates) weicht zunehmend Alternativmodellen wie etwa Zweckbündnissen auf Zeit. Neu ist das nicht: Die traditionelle, patriarchale - auf Besitz von Grund, Boden, Hausrat, Kinder und Frauen aufbauende - Familie entsprach wie oben erwähnt schon nicht der ökonomischen Realität des Proletariats des 19. Jh’s. Das Proletariat besaß nichts und konnte nichts weitergeben. Heirat, Erbschaft und „gute Sitten“ waren und sind rein bürgerliche Größen. Das kurze Intermezzo nach dem 2. WK - nennen wir es Fordismus - und die damit einhergehende, nicht zuletzt durch den Sozialstaat ermöglichte, Verbürgerlichung des Proletariats (siehe Mittelstand, Häuselbauer, Familienauto und Klassenkompromiss) waren in Wirklichkeit nichts anderes als eine moderne Form von „Brot und Spielen“.
Der Staat hat auf voller Linie versagt und weil er es nicht geschafft hat, dürfen es die Menschen selbst auch nicht schaffen?
Demgegenüber können wir die jetzige (ökonomische) Krise der
Familie als Chance begreifen. Als Chance, patriarchale Strukturen endgültig loszuwerden. Als Chance, gemeinsam unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. Als Chance unsere eigenen Kräfte zu benutzen, um uns gegenseitig zu helfen, solidarisch zu agieren und „unsere“ Kinder und Alten als gleichberechtigte Menschen zu behandeln, ernst zu nehmen und ihr Leben und Ableben so angenehm wie nur irgend möglich zu gestalten. Und wenn eine Welt des Kapitals und der Staatlichkeit hierfür nicht den Rahmen schaffen kann, müssen wir eben eine neue, bessere Welt aufbauen.

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Das alternative Modell der “Sozialarbeit von unten”
Februar 20, 2008 · 9 Kommentare
Der Sozialarbeiter gleicht individuell die Mängel, Widersprüche und Ungerechtigkeiten des sozialen Systems aus, die dieses aufgrund seiner Klassenstruktur kollektiv schafft. [3]
SozialarbeiterInnen handeln wie Vertreter anderer staatlicher Institutionen und wachen über die Einhaltung von offiziellen Normen. Wer die Regeln befolgt, so Khella, wird belohnt. Somit fördere Sozialarbeit gesellschaftliches Wohlverhalten und nicht Wohlbefinden.
Durch individualistische Lösungsmuster ignoriert die Sozialarbeit die systembedingten Missstände und verhindert somit die Solidarisierung der KlientInnen und deren kollektive Aufklärung und Aktion.
Keine Veränderung des Systems, sondern eine Anpassung an die bestehenden Gesellschaftsstrukturen abweichender KlientInnen ist beabsichtigt. [4]
Sozialarbeit ist die kodifizierte Angst des bestehenden Systems vor seiner Veränderung [5].
Doch Khella lehnt Sozialarbeit an sich nicht ab, sondern sieht in seiner Theorie der Sozialarbeit von unten eine Alternative zu der vorherrschenden Form [6]. In einem permanenten Prozess von Erkennen und Handeln soll eine kollektive Mobilisierung der KlientInnen bezüglich ihrer eigenen Interessen erreicht werden. Khella hat ein Zehn-Phasen-Programm entwickelt, bei dessen Umsetzung sowohl SozialarbeiterInnen als auch KlientInnen sich einbringen und mitentscheiden müssen.
In der Sensibilisierungsphase sollen sich die Betroffenen ihrer Situation bewusst werden. Das „Problem“ und die eigenen Interessen sollen erkannt werden, ebenso die Notwendigkeit für die eigenen Interessen einzutreten. Dies soll in Form von Gesprächen stattfinden; an dem Ort, wo die Betroffenen anzutreffen sind.
In der Phase der Kollektivierung ist durch die Schaffung gemeinschaftlicher Beziehungen unter den Betroffenen, die Überwindung der Entsolidarisierung und die Einsicht in die Vorteile der Bildung einer tragfähigen Gemeinschaft, die zur Durchführung eigener Interessen in der Lage ist, vorgesehen.
Die Phase der Aktion ist gekennzeichnet durch eine gezielte Handlung. Sie ist auf die Durchsetzung der Interessen der Betroffenen ausgerichtet. Die soziale Aktion ist Ausdruck einer gesellschaftlich bewussten Gruppe. Ihr geht die Aktivierung, die Belebung einer gesellschaftlich bisher inaktiven sozialen Gruppe, voraus.
Danach folgt die Reflexion. Im Hinblick auf ein weiteres Vorgehen werden die praktischen Erfahrungen besprochen und ausgewertet. Im Falle eines Misserfolgs sollen die AktionsteilnehmerInnen lernen, mit Frustration umzugehen.
Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, geht die Gruppe in die Phase der Mobilisierung über. Was in Bewegung gesetzt wird (zum Beispiel Verhandlungen durch eine Delegation), ergibt sich aus den Diskussionen der vorhergehenden Phase.
In der Phase der Orientierung folgt wiederum eine theoretische Einschätzung der vorherigen Phase. Die SozialarbeiterInnen beginnen sich langsam von der Gruppe zu lösen.
Die Phasen der Aktivierung bis hin zur Orientierung wiederholen sich so lange bis ein Übergang zur nächsten Phase genügend vorbereitet ist.
Die Wiedereingliederung hat die Herstellung tragfähiger sozialer Beziehungen zum Ziel. Sind diese erreicht, befreien sich die KlientInnen von der Institution „Sozialarbeit“.
Dann kommt die Phase der Qualifikation. In diesem Abschnitt sollen Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, welche eine (neuerliche) Arbeitsaufnahme oder eine Verbesserung im Arbeitsleben erwirken sollen, getroffen werden. Weiters sind politische und sozialrechtliche Schulungen vorgesehen, die, laut Khella, über Gewerkschaften organisiert werden könnten.
Die Organisierung geht über den Rahmen der Sozialarbeit hinaus und ist mehr mit einer politischen Bewegung vergleichbar. Den SozialarbeiterInnen kommt dabei die Aufgabe zu, den Betroffenen den Weg dorthin zu ebnen.
In der letzten Phase, der Veränderung, setzt die selbständig organisierte Gruppe - nun theoretisch und praktisch ausgebildet und vorbereitet - Aktivitäten zur Erreichung ihrer gemeinsamen Ziele.
[1] vgl. Khella, Karam: Sozialarbeit von unten: Praktische Methoden fortschrittlicher Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Hamburg: Theorie und Praxis. 1982.
[2] Khella bezeichnet sie als Sozialarbeit von oben.
[3] s. Khella 1982, S. 22.
[4] vgl. ebda., S. 22 ff.
[5] s. ebda., S. 23.
[6] vgl. ebda., S. 29 ff.
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Die Betriebsgruppe
Februar 12, 2008 · 2 Kommentare
Zumindest 3 ArbeiterInnen können im Rahmen der Föderation der ArbeiterInnensyndikate (FAS) eine Betriebsgruppe bilden. Eine Betriebsgruppe ist immer Teil eines Syndikates. In unserem Fall also Teil der Libertären Initiative Sozial Arbeitender. Eine Betriebsgruppe hat die Aufgabe, den KollegInnen die Ideen der direkten Demokratie und der direkten Aktion näher zu bringen bzw. dort wo sie ansatzweise schon vorhanden sind, zu verteidigen und auszuweiten. Folgende Tipps können wir euch geben, wenn ihr interessiert daran seid, eine LISA-Betriebsgruppe zu bilden (Die Tipps sind allgemein gehalten und somit auf jede Branche anwendbar. Sie sind natürlich auch nützlich, wenn ihr euch außerhalb der FAS selbstorganisieren wollt!).
Zu beachten ist zuerst die Beschaffenheit des Betriebes:
1) Wie viele ArbeiterInnen gibt es dort?
2) Welche unterschiedlichen Jobs, Tätigkeiten, Berufe gibt es? Gibt es verschiedene Abteilungen und wie viele ArbeiterInnen gibt es dort jeweils?
3) Gibt es weitere Niederlassungen/Einheiten der Firma im selben Gebiet?
4) Gibt es schon eine Gewerkschaft im Betrieb, oder sind einzelne KollegInnen bereits organisiert? Gibt es eineN Betriebsrat/Personalvertretung?
5) Wie viele ArbeiterInnen wären interessiert an einer Organisierung? Wie viele wären neutral? Glaubst du, deine KollegInnen brauchen mehr Infos über (anarcho-syndikalistische ) Organisierung?
Ein paar kurze Ratschläge. Alle Gespräche über Gewerkschaft, Löhne, Arbeitsbedingen usw. sollten ohne Kenntnis des Managements oder des/der Chefs/Chefin stattfinden.
Gib deinem/r ChefIn/Management keinen Grund, dich rauszuwerfen.
Sammle so viele Informationen über deinen direkten Arbeitsplatz, sowie über die Firma, wie nur irgend möglich. Führe z.B. ein Tagebuch.
Auf jeden Fall ist es legal, sich am Arbeitsplatz zu organisieren - auch außerhalb des ÖGB (Koalitionsrecht)!
Aber Du solltest wissen, dass die freundlichste und netteste Firma eine gewerkschaftsfeindliche Politik betreiben kann. Vor der/m ChefIn/Management sollte das entstehen einer Betriebsgruppe solange wie nur irgend möglich geheim gehalten werden. Ziel ist es, so gut wie nur irgend möglich im Vorfeld zu organisieren, um im richtigen Moment die Vorteile auf seiner Seite zu haben!
Eine gewerkschaftliche Organisierung ist NICHT erst sinnvoll, wenn es in deiner Firma zu Problemen kommt (Lohnkürzung, Arbeitsintensivierung, Kündigungen…). Im Gegenteil ist es dann meist schon zu spät. Je besser die Bedingungen, desto günstiger ist es sich zu organisieren!
Die Organisierung
Triff dich mit deinen KollegInnen, am besten außerhalb der Arbeit, um über die Gewerkschaft zu sprechen. EinE GenossIn aus einem Syndikat ist gerne bereit, helfend zur Seite zu stehen.
Sei dir aber bewusst, dass die Mitgliedschaft in unserer Organisation und somit unsere volle Unterstützung nur dann zum Tragen kommt, wenn unsere Prinzipien und Vorgehensweisen akzeptiert und angewandt werden (solidarisch können wir aber auch sein, sollte dies nicht der Fall sein).
Sind diese Voraussetzungen erfüllt und es wird eine Betriebsgruppe gegründet, sollte ein regelmäßiger persönlicher Kontakt (zumindest über eineN DelegierteN) mit dem Branchensyndikat (also in unserem Fall mit LISA) hergestellt werden. Alle Mitglieder einer Betriebsgruppe sind Mitglieder des Branchensyndikats und sind somit die Basis der Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate.
Es ist wichtig, Fortschritte zu dokumentieren, Probleme zu benennen, Chancen zu erkennen. Die Betriebsgruppe ist natürlich innerhalb der von ihr akzeptierten allgemeinen Prinzipien autonom. Aber bedenkt: Unterstützung ist effizient, wenn so viel Information wie nur irgend möglich vorhanden ist. Die Selbst-Organsisierung deiner KollegInnen hat immer Beispielcharakter. Sowohl nach außen hin, als auch nach innen (für die eigene Organisation). Erfolge und Niederlagen betreffen nicht nur deine Betriebsgruppe, sondern die gesamte Organisation.
Selbstorganisierung ist nicht leicht, aber notwendig!
DU BIST DIE GEWERKSCHAFT!
TI SI RADNIČKI SINDIKAT !
YOU ARE THE UNION!
…
……
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Antimilitarismus und Soziale Arbeit
Februar 6, 2008 · Keine Kommentare
“Die Arbeiter der Rüstungsindustrie und der Betriebe, die für Kriegszwecke umgestaltet werden können, sind davon zu überzeugen, daß es die Pflicht der klassenbewußten Arbeitschaft ist, bei Kriegsausbruch in den Streik zu treten, die Vorräte an Kriegsmaterial und hierfür bestimmte Rohstoffe zu vernichten und die Betriebe durch Sabotage produktionsunfähig zu machen.“ (Albert de Jong und Arthur Müller-Lehning, Internationale Antimilitaristische Kommission - Pressedienst 1929)
Der Antimilitarismus hat eine lange Tradition in der anarchosyndikalistischen Bewegung. Das Militär wird als ein Instrument der Herrschenden betrachtet, das dazu dient deren Interessen auf gewalttätige Art durchzusetzen. Junge Männer und seit kurzem auch Frauen (was wir nicht als einen emanzipatorischen Akt verstehen) werden dazu abgerichtet stramm zu stehen, jeden noch so idiotischen Befehl ohne Hinterfragung zu gehorchen und andere Menschen zu töten. Dass auch sie getötet werden können gehört dazu. Die SoldatInnen werden ihrer Selbstbestimmung beraubt und zu blinden Befehlsempfängern umerzogen. Während die Zivilbevölkerung zu den großen Opfern von kriegerischen Auseinandersetzungen gehört, gehört die Rüstungsindustrie zu den großen Gewinnern. Diejenigen die diese Kriege beginnen versuchen uns davon zu überzeugen, dass das alles zu unserer Sicherheit geschehe. Das Gegenteil ist der Fall. AnarchosyndikalistInnen haben sich bis heute gegen Krieg und die Militarisierung der Gesellschaft gewandt.
Nun gut, Krieg ist grauslig und dagegen sind wir ja sowieso alle. Aber was hat das mit Sozialer Arbeit zu tun? Einiges, sagen wir und wollen hierbei die Aufmerksamkeit auf den Zivildienst lenken. Der Zivildienst wurde als ein Ausweg für junge Männer gegründet um dem Militärdienst zu entgehen. Anstatt das Töten und gehorchen zu lernen, sollen sie die Möglichkeit haben „etwas Sinnvolles“ zu tun. Nun ist grundsätzlich festzustellen, dass es sicherlich eine Verbesserung darstellt, wenn ein Mensch, anstatt beim Militär, im Sozial- oder Gesundheitsbereich seine Erfahrungen sammelt. Diese Alternative zum Militär darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hierbei genauso um einen Zwangsdienst handelt, der aus dem Militär heraus entstanden ist. Ab dem 18ten Geburtstag ist jeder Mann, der in einer kampffähigen Verfassung ist, dazu verpflichtet einen Teil seines Lebens dem Staat zu vermachen. Die Kampftauglichkeit wird vom Militär bestimmt, auch für Zivildiener. Wehrdienst oder Zivildienst zu verweigern fällt unter Kriegsdienstverweigerung und kann Haft bedeuten. Das nennt mensch dann “die allgemeine Wehrpflicht”. Mit Freiwilligkeit hat das alles nicht mehr viel zu tun und das ist auch nicht gut für den Sozialberreich. Die Zivis werden derzeit aber als gern gesehene Billigarbeitskräfte gesehen, die die Arbeiten verrichten, die andere nicht machen wollen. Viele Zivildiener beenden ihrer Zivildienst, aufgrund miserabler Bezahlung, verschuldet. Sozial- und Gesundheitssektor sind mittlerweile von den Zivis abhängig (das sollte den Zivildienern unter euch zu denken geben :-). Wenn über die Umwandlung der allgemeinen Wehrpflicht in ein Berufsheer diskutiert wird, so kommt mensch an der Frage nicht vorbei, wie es ohne Zivildiener funktionieren kann.
Ob nun Berufsheer oder allgemeine Wehrpflicht, beides ist abschaffens- und verhindernswert. Schwieriger wird´s beim Zivildienst. Für viele Zivildiener bedeutet diese Zeit ja wirklich „etwas Sinnvolles“. Viele schauen zum ersten mal über ihren sozialen Tellerrand oder entdecken ihr soziales Engagement. Für andere bedeutet der Zivildienst wiederum Schutz vor der militärischen Hierarchie und deren Rattenschwanz. Andererseits stellt der Zivildienst ein Ausbeutungsverhältnis dar, das eng mit militärisch, staatlicher Zwangsgewalt verbunden ist. Dass so mancher Zivildiener nicht mit Freude und Enthusiasmus an der Arbeit ist, ist auch klar nachvollziehbar. Aus dieser und ähnlichen Positionen heraus haben sich auch die Totalverweigerer entwickelt, die sich für keinerlei Art von staatlichem Zwangsdienst hergeben wollen. Sie organisieren sich und verweigern. Diesen Leuten ist vollstes Verständnis entgegenzubringen und es ist gut sie nach Möglichkeit zu unterstützen. Mittelfristig erscheint es auch wichtig, die Härten des Zivildienerdaseins zu beseitigen und solidarisch, gemeinsam mit ihnen bessere Arbeitsbedingungen, eine entschieden höhere Entlohnung und mehr Mitbestimmung zu erkämpfen. Eine Abschaffung des Zivildienstes wäre geglückt mit einer Abschaffung des Militärs. Sollte jedoch ein Berufsheer kommen, wäre das auf anderen Weg erledigt. Ein Berufsheer zu propagieren wäre jedoch nur der Tausch von Pest gegen Cholera. (göf)
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zum Stand der Selbstverwaltung
Februar 6, 2008 · Keine Kommentare
Hier mal einen link zu einem Text der le Monde diplomatique. Es handelt sich hierbei um einen Versuch die aktuelle Entwicklung der Selbstverwaltung von ArbeiterInnen in verschiedenen europäischen Ländern zu beleuchten. Auch wenn nicht alle Beispiele dem entsprechen, was wir erreichen wollen, handelt es sich dennoch um einen interessanten Beitrag, der der hiesigen Selbstentmündigung vieler ArbeiterInnen (”des funktioniert ja eh nit”) selbstbestimmte Modelle gegenüberstellet. (göf)
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