Monatsarchiv: Januar 2007

Gegen Zwangsdienst und Lohndumping!

Wir, die libertäre Initiative sozial Arbeitender (LISA), rufen alle sozialen undasgirlisa3.jpg gesundheitlichen Organisationen, die dort arbeitenden Menschen und im Besonderen auch die Betroffenen dieser Zwangsmaßnahmen auf, im Rahmen ihrer Mittel und Möglichkeiten, sich gegen die staatlichen Zwangsmaßnahmen zu äußern, sich dagegen zu organisieren und diese zu boykottieren.

 

Aktueller Anlass ist das Vorhaben der neuen Bundesregierung: Studenten, die sich in einer finanziell prekären Situation befinden, sollen zukünftig – um weiterstudieren zu können – zu gemeinnütziger Arbeit genötigt werden.

Seit langem schon werden Menschen, die aus Gewissensgründen keine Waffe in die Hand nehmen wollen, zum Zivildienst gezwungen.

Weiters zu erwähnen ist, dass die Zwangsrekrutierung von Langzeit-arbeitslosen für den Sozialbereich immer wieder zur Diskussion steht.

 

Hierbei handelt es sich um Menschen, die aufgrund von Leistungskürzungen und Mehrbelastungen in finanzielle Probleme gebracht wurden und nun zur Strafe „sozialen Arbeitsdienst“ ableisten sollen.

Dass diese Menschen meist nicht den freien Willen und die Voraussetzungen für professionelle soziale Tätigkeiten mitbringen, ist gerade auf diesem ethisch sensiblen Gebiet äußerst bedenklich. Da diese Menschen für sehr wenig Kohle arbeiten müssen, wird ein Lohndumping und schlussendlich eine Entwertung des gesamten sozialen Bereichs in Gang gesetzt. Dass dieser Qualitätsverlust letztendlich auf die Gesellschaft zurückfällt, scheint den Herren und Damen der Macht egal zu sein.

 

Wir rufen alle involvierten Menschen auf, gegen diese staatlichen Zwänge und Einmischungen aufzustehen und fordern ein Arbeitsfeld, das den sozial beschäftigten Menschen ermöglicht, möglichst frei, professionell und mit ausreichend Knete entlohnt zu werken.

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PLÄDOYER IN EIGENER SACHE!

sternsr.GIFIn letzter Zeit ist es sehr still geworden um die Libertären im Sozialen- und Gesundheitsbereich.

Dies hat einerseits damit zu tun, dass die anfängliche Symphatie, welche uns von einigen (wenigen) KollegInnen bekundet wurde, in den meisten Fällen zu folgendem Stehsatz führte: „Wenn’s einmal größer werdets, meldets euch wieder bei mir!“
Zum anderen, auch daraus resultierend, sind wir halt sehr sehr wenige. Das führt dazu, dass wir natürlich auch nur sehr sehr wenig tun können (da beißt sich der Hund in den Schwanz). Berufliche und private Verpflichtungen hindern die LISA’s oft daran, Zeit zu finden, die ihrer kleinen Initiative zugute kommt.
Für uns heißt das keineswegs, dass wir LISA „begraben“ werden. Im Gegenteil: Gerade oben genannte Widrigkeiten zeigen uns, dass wir recht haben!
Wenn der größte Teil meines Lebens daraus besteht, entweder in der Hackn sein zu müssen, oder im „Privatleben“ hackeln zu müssen (z.B.: Kinderbetreuung) – und dass alles „nur um überleben zu können bzw. zu dürfen“ – dann stimmt offensichtlich vieles nicht. Dass unsere kleine Initiative an diesen „Unstimmigkeiten“ wenig ändern, geschweige denn sie abschaffen kann, liegt auf der Hand. Das soll und wird uns aber nicht daran hindern, auch in Zukunft die Stupidität der kapitalistischen Logik auf zu zeigen.
Wir werden auch weiterhin unsre KollegInnen darauf hinweisen, dass die Verhältnisse veränderbar sind. Wir werden weiterhin feststellen, dass wir das nur selber tun können (kein Staat, keine Partei, keine Kirche kann das für uns erledigen). Und wir glauben mehr denn je, dass es zu diesem Zweck sinnvoll ist, sich zu organisieren!

Schließlich noch ein philosophischer Exkurs: mehr werden wir nur, wenn wir mehr werden!

Anarchosyndikalismus!

Anarchosyndikalismus?

Wenn wir von Gewerkschaft sprechen, so meinen wir nicht etwa den hierarchischen und strukturkonservativen ÖGB. Wir beziehen uns auf anarchosyndikalistische Gewerkschaftsmodelle.

Anarchosyndikalismus? Auf den ersten Blick wohl ein Unwort. Bestehend aus dem griechischen Wort Anarchia (Abwesenheit von Herrschaft) und dem französischen Wort Syndicalisme (von syndicat, Gewerkschaft), beschreibt der Begriff also eine herrschaftsfreie Gewerkschaftsbewegung. Es muss an dieser Stelle wohl nicht erwähnt werden, dass ArbeiterInnen und Bosse unterschiedliche Interessen haben. Wir wollen weniger, sinnvoller, besser bezahlt und selbstbestimmt arbeiten. Die Bosse wollen uns länger, gefügiger, schneller und billiger arbeiten lassen. Wir wollen über unser Leben selbst verfügen. Die Bosse wollen die Kontrolle über die gesamte Wirtschaft und somit die gesamte Gesellschaft. Auf diesem Grund ist es notwendig, sich als ArbeiterInnen zu organisieren. Weiterlesen

LISA und ihr tägliches Einerlei im Sozial(Un)wesen

Lisa, wohnhaft in Wien, hat keine Haustiere, ihre Ausbildung abgeschlossen, ihr Konto überzogen und ist nebenbei unglücklich verliebt. Aber das tut eigentlich nichts zur Sache, denn sie wollte ja immer schon etwas sinnvolles tun…
Herr und Frau Klient sind nicht die Gewinner in unserer Gesellschaft, obwohl sie keine Spieler sind. Und wenn mensch nicht auf der Gewinnerseite ist, dann geben die Gewinner meist nichts vom Gewinn an die anderen weiter. Die Gewinner schauen lieber darauf, dass sie unter sich bleiben. Damit der Gewinn weiter wachsen kann. Die anderen gehen eher zu Lisa. Weiterlesen