Monatsarchiv: Februar 2008

Das alternative Modell der „Sozialarbeit von unten“

Einen erfrischend anderer Blickwinkel auf Soziale Arbeit im Bezug auf Kritik und Umsetzung bietet die Sozialarbeit von unten an. Gerade in Anbetracht einer Selbstorganisierung von KlientInnen, kann die Sozialarbeit von unten hilfreiche Inputs geben (im Gegensatz zu einem Lüssi o. ähnlichem). Hier nun der Versuch einer Buchrezension:
Diese Theorie hat einen konstruktivistischen Ansatz, was bedeutet, dass sie sich von der Kritik an der vorherrschenden Sozialarbeit ableitet. So beschreibt Karam Khella [1], dass die vorherrschende Sozialarbeit [2] Defizite der gesellschaftlichen Infrastruktur, die durch eine Überkapitalisierung des privatwirtschaftlichen Sektors und durch eine Unterkapitalisierung des öffentlichen Sektors entstanden, ausgleicht und somit die Widersprüche in der Gesellschaft verdeckt. Hier spricht er unter anderem Widersprüche zwischen gesellschaftlichem Reichtum und individueller Kapitalbindung oder des weiteren zwischen verbürgter Chancengleichheit und praktizierter Ungleichheit an. Weiterlesen

Die Betriebsgruppe

Zumindest 3 ArbeiterInnen können im Rahmen der Föderation der ArbeiterInnensyndikate (FAS) eine Betriebsgruppe bilden. Eine Betriebsgruppe ist immer Teil eines Syndikates. In unserem Fall also Teil der Libertären Initiative Sozial Arbeitender. Eine Betriebsgruppe hat die Aufgabe, den KollegInnen die Ideen der direkten Demokratie und der direkten Aktion näher zu bringen bzw. dort wo sie ansatzweise schon vorhanden sind, zu verteidigen und auszuweiten. Sie schafft einen demokratischen Rahmen, in dem Arbeitskämpfe geführt und unterstützt werden können. Die Betriebsgruppe fungiert als Operationseinheit der FAS (bzw. des jeweiligen FAS Syndikats) im Betrieb und sollte mit ähnlichen Betrieben in der selben Industrie innerhalb der FAS verlinkt sein, um Informationen auszutauschen (Arbeitsbedingungen, Strategien und Ziele) und gegenseitige Hilfe leisten zu können. Weiterlesen

Antimilitarismus und Soziale Arbeit

a-anarchopazifismus.gif „Die Arbeiter der Rüstungsindustrie und der Betriebe, die für Kriegszwecke umgestaltet werden können, sind davon zu überzeugen, daß es die Pflicht der klassenbewußten Arbeitschaft ist, bei Kriegsausbruch in den Streik zu treten, die Vorräte an Kriegsmaterial und hierfür bestimmte Rohstoffe zu vernichten und die Betriebe durch Sabotage produktionsunfähig zu machen.“ (Albert de Jong und Arthur Müller-Lehning, Internationale Antimilitaristische Kommission – Pressedienst 1929)


Der Antimilitarismus hat eine lange Tradition in der anarchosyndikalistischen Bewegung. Das Militär wird als ein Instrument der Herrschenden betrachtet, das dazu dient deren Interessen auf gewalttätige Art durchzusetzen. Junge Männer und seit kurzem auch Frauen (was wir nicht als einen emanzipatorischen Akt verstehen) werden dazu abgerichtet stramm zu stehen, jeden noch so idiotischen Befehl ohne Hinterfragung zu gehorchen und andere Menschen zu töten. Dass auch sie getötet werden können gehört dazu. Die SoldatInnen werden ihrer Selbstbestimmung beraubt und zu blinden Befehlsempfängern umerzogen. Während die Zivilbevölkerung zu den großen Opfern von kriegerischen Auseinandersetzungen gehört, gehört die Rüstungsindustrie zu den großen Gewinnern. Diejenigen die diese Kriege beginnen versuchen uns davon zu überzeugen, dass das alles zu unserer Sicherheit geschehe. Das Gegenteil ist der Fall. AnarchosyndikalistInnen haben sich bis heute gegen Krieg und die Militarisierung der Gesellschaft gewandt. Weiterlesen

zum Stand der Selbstverwaltung

Hier mal einen link zu einem Text der le Monde diplomatique. Es handelt sich hierbei um einen Versuch die aktuelle Entwicklung der Selbstverwaltung von ArbeiterInnen in verschiedenen europäischen Ländern zu beleuchten. Auch wenn nicht alle Beispiele dem entsprechen, was wir erreichen wollen, handelt es sich dennoch um einen interessanten Beitrag, der der hiesigen Selbstentmündigung vieler ArbeiterInnen („des funktioniert ja eh nit“) selbstbestimmte Modelle gegenüberstellet. (göf)