HERAUS ZUM ERSTEN MAI!

Erster Mai – Einerlei?

Erster Mai: Staatsfeiertag? Sozialdemokratische Selbstbeweihräucherung oder linksradikales Karnevalsspektakel? Das alles vielleicht – Eigentlich aber ist der erste Mai der Kampftag der ArbeiterInnklasse! Klingt doof? Wir meinen nicht.

Von sämtlichen Parteien und Diktaturen vereinnahmt und missbraucht, nahm dieser Tag 1886 in den USA seinen Ausgang. Die amerikanischen Gewerkschaften riefen für den 1. Mai 1886 zum Generalstreik für die Durchsetzung des 8-Stunden Tages auf (wie schon zuvor in Australien). In der Folge kam es zu Massenstreiks, welche in Chicago zu massiven Auseinandersetzungen mit der Polizei führten. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen DemonstrantInnen und der Polizei starben am 3. Mai zwei ArbeiterInnen. Am 4. Mai warf ein Unbekannter während einer ArbeiterInnenversammlung am haymarket eine Bombe in die Reihen der Polizei, welche die Versammlung stürmte, und tötete damit einen Polizisten. Sechs Polizisten starben an den Folgen ihrer Verletzungen. Die Zahl der toten DemonstrantInnen in Folge der anschließenden Auseinandersetzung wird auf das dreifache geschätzt. Acht Organisatoren der Kundgebung – die sogenannten Anarchisten von Chicago – wurden daraufhin festgenommen und des Tatbestandes der Verschwörung angeklagt und verurteilt. Vier von ihnen wurden durch den Strang hingerichtet, einer beging in seiner Zelle Selbstmord. Die restlichen drei wurden Jahre später begnadigt.

Eine weltweite Welle der Sympathie für die betroffenen Genossen in den USA, getragen von der ArbeiterInnenbewegung führte dazu, dass der 1. Mai 1890 auf Anregung der Zweiten Internationale -in vielen Ländern illegal- als Kampftag der ArbeiterInnenbewegung begangen wurde.

Und hier und heute? Die traditionelle österreichische ArbeiterInnenbewegung hinterlässt einen Scherbenhaufen und tritt am heutigen, als einen der wenigen, Tage öffentlich auf, um sich gegenseitig am „Tag der Arbeit“  in Moskaumanier zuzuwinken.

Kein Bedarf an ArbeiterInnenbewegung?

Nun, es sind die Abscheulichkeiten eines unsozialen Systems, nennen wir es Kapitalismus, die uns hier und heute auf die Straße gehen lassen. Es ist der zunehmende ökonomische Druck, der auf großen Teilen der Gesellschaft lastet, der zu dem Slogan „prekär arbeiten, prekär tanzen“ führte. Es ist die Brutalität eines mörderischen Weltsystems, der wir heute unsere Abscheu entgegenbringen.

Der Kapitalismus existiert heute wie vor 122 Jahren, auch wenn er sein Gesicht verändert hat.

Kapitalismus ist nur als Klassengesellschaft denkbar und begreifbar. Es zeigt sich heute wieder mehr als noch vor wenigen Jahren, dass die beiden Klassen und deren Interessen nicht vereinbar sind. Daher ist Kapitalismus nicht reformierbar!

Wir AnarchosyndikalistInnen wollen – genauso wie unsere GenossInnen vor 122 Jahren – nicht nur unmittelbare Verbesserungen unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen erreichen, wir kämpfen auch weltweit für die Abschaffung der Lohnarbeit und für die umfassende soziale Selbstverwaltung. Darum sind wir hierzulande in der Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate organisiert. Einer Gewerkschaft ohne Oben und Unten. Einem solidarischen Zusammenschluss von ArbeiterInnensyndikaten (Branchengewerkschaften) in denen ArbeiterInnen organisiert sind, die der Überzeugung sind, dass das Leben nicht nur aus Malochen, Kuschen und dem Warten auf den Tod besteht. ArbeiterInnen, die überzeugt davon sind, dass die Verhältnisse veränderbar sind und dass dies nur die ArbeiterInnen selbst tun können.

Und das nicht nur am 1. Mai – Bist du dabei?

Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate

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