Monatsarchiv: September 2008

Brasilien: Sozialarbeit und Klassenkampf! Was können wir für unsere Breiten daraus lernen?

Während meines Auslandsstudienjahres an der „Universidade Federal do Rio de Janeiro“ genauer an der der „Escola de Serviço Social“ überraschte mich die progressive Ausrichtung des Studiengangs und ich begann darüber zu grübeln was wir uns in Österreich von diesen Ideen abschauen könnten. Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss zur Sozialarbeit in Brasilien möchte ich dies hiermit tun.

In Brasilien entsteht die Sozialarbeit in den 30´ger Jahren des 20. Jahrhunderts. Ähnlich wie in vielen Ländern ist die Sozialarbeit auch in Brasilien eine Antwort der herrschenden Klasse auf ein wachsendes und sich vermehrt organisierendes Industrieproletariat. Unter der Diktatur des Präsidenten Vargas wird in diesem Zeitraum versucht einen nationalen Industriepark zu errichten um nicht von Importen abhängig zu sein. Vargas ist der Repräsentant eines an die Macht gekommenen Industriekapitals, das sich ab der Weltwirtschaftskrise 1929 gegenüber den Kaffebaronen als dominante Klasse konstituiert. Als Repräsentant dieses neuen Bürgertums ist Vargas bekannt für seinen harten Kurs gegenüber Gewerkschaften und Organisationen des Proletariats im Allgemeinen. Weiterlesen

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