Rücken krumm und Taschen leer? ÖGB, wir danken sehr!

ÖGB-GdG: „Bestmögliches Ergebnis angesichts angespannter Wirtschaftslage“

rucken21So, das wäre erledigt. Die alljährlich in dubiosen Hinterzimmern, einem strengen Ritual folgend, abgehaltenen Gehaltsverhandlungen für den Öffentlichen Dienst bescheren den ArbeiterInnen der Gemeinden und Kommunen 2009 eine überwältigende Lohnerhöhung um sagenhafte 3,55%. Das ist um astronomische 0,1 % mehr als die im Oktober und November 2008 gemessene Inflationsrate. Die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung konnte zumindest 3,8% herausholen. Bei einer zu erwartenden steigenden Inflationsrate und schon jetzt massiv steigender Lebens- und Arbeitserhaltungskosten (Nahrung, Energie, Miete etc.) bleibt uns also im nächsten Jahr nichts anderes übrig, als den sprichwörtlichen Schmalhans zum Küchenmeister zu ernennen.

Die VerhandlerInnen der ÖGB Gewerkschaften aber können sich nun wieder zurücklehnen oder ihren Ex-Boss wie in den „guten alten Tagen“ in seiner Rolle als Sozialminister unterstützen (also alles was die gute Regierung macht, schönreden und jeden Widerstand innerhalb des ÖGB abwürgen).

Angesichts der Aussage des Herrn Meidlinger – seines Zeichens Chef der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten – demzufolge „man“ angesichts der angespannten Wirtschaftslage das beste herausgeholt habe, kann man sich nicht einmal mehr wundern. Da wird traditionell in mehreren „Runden“ verhandelt, um zum Schluss bei „guter Wirtschaftslage“ ein kleines Stück vom selbstgebackenen Kuchen abzubekommen, und bei „schlechter Wirtschaftslage“ die Krümel auflecken zu dürfen.

Was ist nun also dieses „bestmögliche Ergebnis“, welches der Herr Meidlinger herausgeholt hat? Etwa, die Tatsache, dass die Bosse überhaupt verhandeln und somit dem ÖGB seine einzige Daseinsberechtigung nicht streitig machen? Oder aber die Tatsache, dass man selbst, obwohl zu nicht mehr in der Lage, als faule Kompromisse zu schließen, auf Kosten der Mitglieder gut leben kann?

Wie auch immer; Es ist gerade „angesichts der angespannten Wirtschaftslage“ allerhöchste Eisenbahn, eine neue Gewerkschaft aufzubauen. Eine kämpferische basisdemokratische Gewerkschaft, anstatt eines Dinosauriers, der, da er keine Zähne mehr hat, auf den kapitalistischen Einheitsbrei angewiesen ist!


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