Soziale Arbeit im Kapitalismus

flaggeSoziale Arbeit hat einen höchst zweifelhaften Ruf. Staatlich finanzierte Soziale Arbeit steht meist unter dem Verdacht ein verlängerter Apparat des Staates und seiner Exekutive zu sein. Sie steht unter dem Verdacht in Kooperation mit staatlichen Institutionen zur Stigmatisierung und Sanktionierung von Individuen beizutragen und sich vor allem gegen jene zu wenden, die widerspenstig sind und sich nicht an die kapitalistischen, patriachalen und nationalstaatlichen Normen halten wollen. Begründet ist dieser Schlechte Ruf sicher durch die Rolle der damals „Fürsorge“ genannten Sozialarbeit während der NS-Zeit, als Daten und Informationen über KlientInnen an die Nazis weitergegeben wurden, die diese in ihrem Sinne gegen die Menschen benutzte.
Sozialarbeit sammelt auch heute Daten und Informationen, die gegen ihre KlientInnen verwendet werden können. Sozialarbeit ist in Instrument zur Normierung und Gleichschaltung von anders denkenden und eigenständig lebenden. Sozialarbeit nötigt Menschen in den Arbeitsmarkt und ist daher verantwortlich für Fremdbestimmung. So weit zum negativen Bild, das viele von Sozialer Arbeit haben und diese allgemeine Kritik stimmt ja auch sicherlich in einem wesentlichen Punkt: Staatlich finanzierte Soziale Arbeit im Kapitalismus kann nicht emanzipativ sein!
Erstens weil die SozialhacklerInnen selbst durch ihre Abhängigkeit von Erwerbslohnarbeit unfrei sind und ausgebeutet werden und zweitens, weil sie durch genau diese Abhängigkeit den Interessen des Kapitals dienen müssen. Deshalb ist uns SozialhacklerInnen, die sich bei der LISA organisiert haben auch wichtig aufzuzeigen, dass der Anstrich des Sozialen, den sich Institutionen und Vereine im Sozialbereich geben, nichts als Schall und Rauch ist und nur den Interessen des Kapitals, aber niemals den Menschen selbst dient. Deshalb sind wir bei der LISA auch der Meinung, dass sich Soziale Arbeit selbst unnötig machen muss!
Soziale Arbeit in seiner kapitalistischen Ausformung, also im Dienste der Interessen des Staates, kann keinen Platz in einer befreiten Gesellschaft haben. Denn in einer freien Gesellschaft sind alle Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt um das Funktionieren ihrer sozialen Netzwerke und der Gemeinschaften bemüht. Dafür benötigen sie jedoch Werkzeuge. Werkzeuge um Ressourcen in der Gruppe und der Gemeinschaft erkennen und nutzen zu können. Werkzeuge zur Konfliktbewältigung und zur Schaffung von freien, verbindlichen Vereinbarungen. Werkzeuge zur Analyse sozialer, zwischenmenschlicher Interaktionen und Dynamiken. Werkzeuge, die zwar vorhanden sind, die aber heute in der Sozialen Arbeit in den Dienst des Kapitals gestellt werden. Werkzeuge, die jedoch gleichzeitig für Selbstbestimmung und Befreiung von Fremdbestimmung und Handlungsunfähigkeit eingesetzt werden können! Diese Werkzeuge und dieses Wissen müssen wir HacklerInnen aus dem so genannten „Sozialbereich“ unseren MitstreiterInnen für ein besseres Leben zugänglich machen, damit sie sich diese aneignen können und in unserem gemeinsamen Kampf einsetzen können.

Es bringt nichts SozialhacklerInnen als PolizistInnen darzustellen und diese ArbeiterInnen für die Verbrechen und Lügen der Institutionen und Vereine verantwortlich zu machen, für die sie arbeiten müssen. Wir von der LISA sehen uns als Teil eines Kampfes gegen die Interessen des Kapitals und als Teil der ArbeiterInnenklasse! Wir verweigern die Kooperation mit der Polizei und wir kratzen so oft es geht am sauberen Image unserer sozialen Vereine. Wir lassen unsere Interessen und jene unserer MitstreiterInnen im täglichen Kampf um ein gutes und würdevolles Leben nicht auseinanderdividieren!
Erwerbsarbeit im „Sozialbereich“ ist mit Polizeiarbeit nicht gleichzusetzen! Instrumente der sozialen Kontrolle, wie wir sie im Bereich der Sozialen Arbeit antreffen, gibt es mittlerweile fast überall. Fast alle Institutionen sammeln persönliche Daten wie verrückt und maßen sich an ihre so genannten KundInnen zu bespitzeln, moralisch zu bewerten und ihnen einen gesellschaftlichen Wert zuzuschreiben. Nicht nur staatliche Institutionen agieren auf diese Weise, auch private Unternehmen stehen dem um nichts nach. Nun sind MitarbeiterInnen der Telekom auch nicht PolizistInnen, nur weil ihr Unternehmen Handys orten lässt und die Informationen an die Polizei weitergibt. MitarbeiterInnen von Nestle sind nicht an der Umweltzerstörung schuld, die das Unternehmen verursacht. Wir ArbeiterInnen setzen nicht das Gewaltmonopol des Staates um! Viel mehr ist es unser Anliegen uns von der eigenen Fremdbestimmung zu befreien und unser Leben selbst in die Hand zu nehmen!
In der Arbeit stehen wir natürlich auf verlorenem Posten, denn wir SozialhacklerInnen können nur jene Hilfe anbieten, die die existierende Gesellschaft ihren Mitmenschen zubilligt. SozialarbeiterInnen können kein gutes Leben im falschen System ermöglichen und sind denselben Zwängen unterworfen, wie ihre KlientInnen. Sie laufen bei ihren Bemühungen tatsächlich Gefahr bevormundend zu agieren, Fremdbestimmung zu verstärken und Abhängigkeiten zu negieren. Sie bürden sich eine Last auf, die nicht ihre ist, sondern jene eines schlechten gesellschaftlichen Systems, das überwunden werden muss.

Es ist nicht falsch Menschen zu unterstützen und ihnen Handlungsspielräume zu eröffnen und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Es ist jedoch falsch anzunehmen, dass dies durch Soziale Arbeit in einer kapitalistischen Gesellschaft möglich wäre! Genauso wenig, wie die Angst begründet ist, dass durch zuviel Soziale Arbeit das System kollabieren könnte, scheint uns die Angst, dass Soziale Arbeit das System auf immer erhalten könnte. Sie ist ein untaugliches Mittel, da ihre Werkzeuge nur dann wirksam sind, wenn sie in solidarischer Weise eingesetzt werden. Konfliktvermittlung des Friedens willen kann nicht funktionieren. Menschen zur Selbstermächtigung zu ermuntern, wenn ihnen gleichzeitig die Chance auf Selbstverwirklichung genommen wird, ist einfach nur sinnlos. Dies gilt es zu erkennen und daraus gemeinsam die richtigen Schlüsse zu ziehen:kapitalismus-nein-danke

Weg mit der Sozialarbeit!
Weg mit dem kapitalistischen System!
Schluss mit Ausbeutung und Fremdbestimmung!
Ja zu einem Leben in Freiheit! Ja zu einer solidarischen und herrschaftsfreien Gesellschaft!

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