CARITAS – Arbeit mit (Geschäfts-)Sinn

Im Rahmen von Subventionsstreichungen für Sozialvereine im Asylbereich (siehe Bericht Verein Menschenrechte) werden nun erste Konsequenzen für die Beschäftigten bekannt. Bei Volkshilfe, Diakonie und Caritas wird´s eng für die BasishacklerInnen. Kolportiert werden vorerst fünf gefährdete Jobs bei der Diakonie. Bei der Caritas ist es nach langem hin und her, Beschwichtigungsversuchen und Informationschaos, nun fix: Geplant ist, Stellen im Bereich der Asylbetreuung abzubauen oder gar ganze Einrichtungen zu schließen. Dass im diesem Falle nicht nur Kritik am BMI sondern eben auch am Management der Caritas selbst angebracht ist, soll dieser Artikel beleuchten.

Die Stoßrichtung scheint klar, eine »schlanke Basis« braucht zwar anscheinend immer noch ManagerInnen, aber weniger ArbeiterInnen. Da müssen halt diejenigen, die »bleiben dürfen« mehr arbeiten. Die gerühmte Qualität der Betreuung für unsere KlientInnen rückt dabei vollkommen in den Hintergrund, wichtig sind einzig und allein Zahlen.

Das Thema Stellenabbau schwebt ja schon seit langem über dem Bereich. Die Art und Weise wie zäh die Information die MitarbeiterInnen erreicht wird aber immer frustrierender und die Spannung, ob man seine Arbeit schließlich behalten wird, wird zum echten Psychoterror.

Fehlende finanzielle Mittel sind schuld daran, heißt es. Zum einen kam es seit 2004 nicht zu den versprochenen Tagsatzerhöhungen (pro BewohnerIn wird vom FSW/Gemeinde Wien im Rahmen der gesetzlichen Grundversorgung ein Tagsatz bezahlt), verantwortlich hierfür soll aber Ministerin Fekter sein. Zum anderen kann ein über Jahre angehäuftes Minus nun nicht weiter fortgeschrieben werden, heißt es. Die magische Management – Formel lautet wohl: Angehäuftes Minus dividiert durch die Kosten für eine Arbeitskraft = zu entlassende MitarbeiterInnen!

Diese Formel versteht wohl jedeR, dazu bedarf  es nicht einmal eines Einführungskurses in Kostenrechnung. Man könnte es auch so formulieren: »Halb so schlimm, wenn wir uns mal verrechnen, dann hau ma halt einfach ein paar Lohnkostenschlucker raus.«

Die »SozialmanagerInnen« fern der Basis erklären also mit ihren »Wirtschaftsuni– Management–Skills«, dass DIE CARITAS ARBEITER_INNEN ES SIND DIE GEHEN MÜSSEN, obwohl SIE ES SIND, DIE SICH VERRECHNET HABEN!!

Dabei scheinen sie vergessen zu haben, dass die »BasishacklerInnen« es sind, die das leisten, worum es eigentlich geht: nämlich die Arbeit mit den Menschen, die sich die Caritas ansonsten fett auf die Fahnen schreibt. Die Qualität dieser Arbeit wird scheinbar sekundär, wenn Bilanzen und Manager diktieren.

Zahlreiche KollegInnen, die sich mit den idealen der Caritas jahrzehntelang identifizierten, sind enttäuscht über die Art und Weise wie MitarbeiterInnen zur bloßen Kostenstelle degradiert werden.

Die existenziellen Ängste der MitarbeiterInnen nagen an den Ressourcen der Motivation und werden zum täglichen Begleiter.

Engagierte Caritas MitarbeiterInnen haben es nun aber geschafft, den Betriebsrat in die Pflicht zu nehmen, und MitarbeiterInnen-Versammlungen abzuhalten. Ziel ist es, der Vereinzelung entgegen zu wirken, durch Kommunikation innerhalb der Basis, solidarisches Handeln zu ermöglichen und die von den Einsparungen betroffenen KollegInnen so gut es geht, zu unterstützen. „Denn auch wenn es diesmal „nur“ deine KollegInnen sind, die es betrifft, könntest morgen du selbst dran sein (Zitat eines Caritas Mitarbeiters).“

Es wäre  aber auch an der Zeit, die Caritas Wien aufzufordern, ihrem Motto »Arbeit mit Sinn« auch in der Praxis nach zu kommen! Schließlich geht es bei dieser Arbeit um »Arbeit von Menschen für Menschen« und nicht um Zahlen! Sonst bleiben das nämlich nur schöne Worte.

3 Antworten zu “CARITAS – Arbeit mit (Geschäfts-)Sinn

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