SPÖ-Landeshauptfrau droht Frauenhaus

Wenn sich das Haus Mirjam mit seiner Leitung an dem Prozess beteiligt, wird es auch Teil der Lösung sein. Wenn nicht, wird es andere Lösungen geben„, [1] so was trauen sich PolitikerInnen mittlerweile ganz offen und ungeniert kundzutun.

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Konkret geht es hierbei darum, dass erstmals in der dreißigjährigen Geschichte der österreichischen Frauenhäuser eine Einrichtung geschlossen werden sollte. Das Zitat oben stammt von der Salzburger Landeshauptfrau Burgstaller (SPÖ). Doch nun regt sich Widerstand und du kannst dich beteiligen.

Für 2010 soll das „Haus Mirjam“ das letzte Mal die Landesförderung von 300.00 € erhalten, 2011 ist der Subventionsstop geplant. Die Landeshauptfrau provoziert damit die Schließung des Projekts des Kolpingwerks, obwohl zahlreiche ExpertInnen vor den negativen Folgen eines solchen Schrittes warnen. [2] Die geplante Schließung des Frauenhauses in Hallein und die Reduktion auf eine einzige stationäre Aufnahme in der Stadt Salzburg, soll – eh schon wissen – ökonomischer sein. Doch nun regt sich Widerstand und du kannst dich beteiligen.

Viele Frauen kommen auch aus den anderen Gauen, die dezidiert eine regionale Versorgung suchen. Zweifelsohne kann man nicht in jedem Gau ein Frauenhaus machen, aber es ist wichtig, dass Frauen, die sich aus einer Gewaltbeziehung lösen möchten – was ohnehin enorm schwierig ist – regionale Strukturen haben, die sie gewöhnt sind. Und Frauen aus der Region werden in dem Haus in der Stadt sicher nicht landen„, sagt Doris Weißenberger, die Leiterin des Hauses. [3]

Dass nicht nur dieses Vorgehen sondern auch die Definition von Problem und Lösung alleinig bei der Geldgeberseite (Land Slbg.) liegt stößt sauer auf. Da Burgstaller das Frauenhaus nicht ausgelastet sieht, will sie nun ein „Kombinationsmodell“ aus ambulanten Hilfsdiensten und stationärem Angebot etwa als „Übergangswohnheim für in Not geratene Frauen“ durchsetzen. Von dieser Idee hält die Leiterin des Frauenhauses nichts. Man könne nicht einfach alle Frauen „in einem Auffanglager zusammenschmeißen“. [4] Die „Auslastung“ liegt bei 80% und für den großen Teil der betroffenen Frauen und Kinder ist das Haus in vielen Fällen die letzte Zufluchtsstätte vor psychischer und physischer Gewalt. Neben der stationären Betreuung wird sowohl ambulante als auch telefonische Beratung angeboten und von betroffenen Menschen angenommen.

Diese klientinnenorientierten Angebote die seit 18 Jahren von den Expertinnen im Haus Mirjam erarbeitet wurden, werden nun vom Sparstift der selbsternannten Polit-ExpertInnen gefährdet. Solcherlei Vorgehensweise hat einen Protest [5] hervorgerufen, der die Landeshauptfrau in Erklärungsnot bringt. Im gesamten Bezirk Tengau und darüber hinaus macht sich eine breite Protestbewegung für den Erhalt des Frauenhauses stark. Am 21. November starteten wir eine Unterschriftenaktion (auch online) für den Erhalt des Frauenhauses Mirjam, an der bis jetzt vor allem die Bevölkerung im teilnimmt. Mehr als 3.000 Unterschriften (Stand 9.12.2009) wurden bisher erreicht, für weitere kannst du sorgen. Gefordert wird der Erhalt des Frauenhauses Mirjam, mehrjährige Verträge und eine langfristige finanzielle Absicherung.

Qualitätsvolle Arbeit für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder beruht auf Engagement, Erfahrung, Wissen und Kompetenz und darf nicht von Parteipolitik, politischen Mehrheitsverhältnissen oder Verwaltungserfordernissen abhängig sein.[6]

Die Expertinnen aus dem Haus Mirjam wollen bei den kommenden Gesprächen auf jeden Fall dabei sein.

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[1] http://salzburg.orf.at/stories/409766/

[2]http://derstandard.at/1259281883381/Verhaertete-Fronten-Halleiner-Frauenhaus-soll-Wohnheim–werden

[3] http://salzburg.orf.at/stories/409766/

[4]http://derstandard.at/1259281883381/Verhaertete-Fronten-Halleiner-Frauenhaus-soll-Wohnheim–werden

[5] http://www.frauenhaus-hallein-muss-bleiben.at/de/start/index.asp

[6] http://www.frauenhaus-hallein-muss-bleiben.at/de/start/index.asp

2 Antworten zu “SPÖ-Landeshauptfrau droht Frauenhaus

  1. Hier auch noch was interessantes zum thema:

    „Wir müssen sparen und das Geld dort einsetzen, wo es Sinn macht.“ Mit diesen Worten argumentierte Frauenlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) gegenüber der Tiroler Tageszeitung im Mai dieses Jahres ihre Entscheidung, dem Autonomen FrauenLesbenzentrum (AFLZ) in Innsbruck nach über 25-jährigem Bestehen die Landesförderung zu entziehen. Mit dieser Subvention, die rund die Hälfte seines Gesamtbudgets ausmacht, bestreitet das AFLZ seit Jahren einen Gutteil seiner Infrastrukturkosten (Miete, Betriebskosten). Das meiste andere – von der Beratungstätigkeit über die Organisation von Kultur- und Politveranstaltungen bis hin zum Cafébetrieb – wird von den Aktivistinnen ohnedies selbst in Form nicht-entlohnter Arbeit getragen.

    http://www.malmoe.org/artikel/regieren/1938

  2. Gellendes Pfeifkonzert für Landeshauptfrau
    Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) wurde mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen. Besonders aufgebracht waren die Vertreterinnen des Halleiner Frauenhauses, des Hauses Mirjam. Ursprüngliche Pläne der Landeshauptfrau hatten vorgesehen, das Haus Mirjam zuzusperren.
    http://salzburg.orf.at/stories/414156/

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