Zivildienst: 3 Tage Krankenstand zuviel?

In den letzten Tagen ließ die Regierung, namentlich ÖVP Innenministerin Maria Fekter, mit einer neuen Verschlechterung der Zivildienstbedingungen aufhorchen. „Zivis“ sollen künftig nach dem dritten(!) Krankenstandstag die Fehlzeiten einarbeiten. Die SPÖ ist diesbezüglich „gesprächsbereit“, heißt es.

Nach der bisherigen Regelung ist ein „Nachdienen“ erst ab dem 24. Krankenstandstag nötig. Der Grund für die neue Zumutung seien laut Innenministerium Beschwerden der Zivildienst-Trägerorganisationen über  zuviele und zu lange Krankenstände der Zivildiener. Blöd nur, dass sich nun herausstellte, dass es zumindest die großen Trägerorganisationen nicht waren, die sich da angeblich bei der Fekter „Mitzi“ beschwert haben (Oder sie wollen es nicht öffentlich zugeben). Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Bietet doch der Zivildienst für diese Organisationen eine fabelhafte Möglichkeit, spottbillige Arbeitskräfte im Rahmen  eines Zwangsdienstes und somit außerhalb des Arbeitsrechts aus zu beuten. Ohne die Zivildiener hätte nämlich so manche Organisation schwer mit dem Budget zu kämpfen oder würde schlichtweg nicht mehr funktionieren (z.B. Rettungs- und Krankentransportwesen).

Diese unverschämten Angriffe auf die Zivis seitens der Regierung(en) sind nicht neu. Der Zivildienst ist nämlich, wie der vom Ex-Zivi zum Innenminister und nunmehr Europa-Parlamentarier mutierte Ernst „Zivi-Fresser“ Strasser einst feststellte, reines „Zeittotschlagen“. Grund genug also, Zivildiener zu verhöhnen und sich allerlei Schikanen einfallen zu lassen. Während nämlich ihre bewaffneten Leidensgenossen öffentlich zumeist in den höchsten Tönen gelobt werden (was wiederum eine Entschädigung dafür sein könnte, dass sie sich regelmäßig im Kasernenhof von brüllenden Schnapsnasen erniedrigen lassen müssen), wird die Leistung der Zivildiener zumeist bestenfalls ignoriert.

Nun wird es ja vielen Zivis relativ egal sein, dass ihr Engagement anscheinend nicht nur nicht geschätzt wird, sondern offen herabwürdigt wird. Wenn auch ungleich länger als der „Dienst an der Waffe“, geht auch der Zivildienst einmal vorüber. Es darf aber niemand von den Zivis erwarten, als Draufgabe reale Verschlechterungen der Zivildienstbedingungen einfach so hinzunehmen!

Gewiss, Zivis „dürfen“ weder streiken, noch kündigen. Was könnte aber eine Regierung oder Trägerorganisation dagegen unternehmen, wenn eine große Anzahl an Zivis eben doch streiken würde? Oder wenn gar eine große Anzahl junger Männer total verweigern würde? Es ist nie zu spät sich zu organisieren!

Infos von Zivis für Zivis hier: http://www.ziviforum.com/

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