KV-Verhandlungen beim Wiener Roten Kreuz – Chance Betriebsversammlung?

Die ArbeitgerberInnen des Rettungsdienstes wollen eine Nulllohnrunde, die VerhandlerInnen der ArbeitnehmerInnen, die Vida und die GPA-djp, wollen einen Lohn- und Gehaltsabschluß, „der in der Höhe mindestens dem Abschluss für die Beschäftigten in den privaten Sozial- und Gesundheitsberufen, dem BAGS-KV, entspricht.“ Also eine Erhöhung der Kollektivvertragslöhne um 1,5 Prozent.

Um dahingehend Druck zu erzeugen rufen die Teilgewerkschaften Mithilfe der BetriebsrätInnen für den 11. Februar zu Betriebsverhandlungen auf um „allfällige weitere Maßnahmen“ zu beschließen. Dass die BAGS-Ergebnisse nur in den Stellungnahmen der Verhandelnden ein „Erfolg“ genannt werden, stimmt dabei schon mal bedenklich.

Der BAGS-KV ist mitnichten eine Meßlatte für andere KV´s, das zeigen schon die BAGS-Löhne, die 20 Prozent unter dem Durchschnittseinkommen der ArbeitnehmerInnen liegen. Die Forderung nach einer Nulllohnrunde seitens der Geschäftsführung des Roten Kreuzes ist an und für sich schon eine bodenlose Schweinerei, jedoch nicht die erste von dieser Seite. Hier wird wieder einmal gezeigt wie unwichtig dem Management das Befinden der Belegschaft ist. Schon jetzt nehmen die Beschäftigten der Wiener Rettung durchschnittlich 31,6 Krankenstandstage im Jahr (der Durchschnitt liegt in Österreich bei 12,5 Tagen). Der Grund dafür? Chronische Unterbesetzung und miserable Arbeitsbedingungen.

Eine Mobilisierung der betroffenen rund 800 hautamtlichen Beschäftigten mittels Betriebsversammlungen könnte jedoch mehr bringen. Die Basis könnte diese Möglichkeit nützen und für spürbare Gehaltsanpassungen und mehr Personal eintreten. Den Teilgewerkschaften und deren Fraktionen muß klar gemacht werden, dass eine derartige Belastung und solche Löhne auf Dauer nicht gesund sind und zukünftig auch nicht durchgedrückt werden.

Bosse verpißt euch, keiner vermißt euch!

Wenn die GeschäftführerInnen, wie so oft, von einer Unfinanzierbarkeit bedarfsorientierter Löhne und Arbeitsbedingungen sprechen, sollten sie sich neue Aufgaben suchen. Die Managements im Sozial- und Gesundheitsbereich haben nun schon lange genug bewiesen, dass sie ihren Betrieben mehr Schaden als nützen. Beim Sozialabbau der letzten 20 Jahre haben sie ja schon ihr „Verhandlungsgeschick“ unter Beweis gestellt. Andauernd ließen sie sich von den FördergeberInnen über den Tisch ziehen oder krochen ihnen durch vorauseilenden Gehorsam noch in den Arsch. Um dann die Kohle wieder reinzubekommen wurden den BasishacklerInnen dann die Daumenschrauben angesetzt.

Jetzt liegt es an den Beschäftigten lautstark für ihre Belange einzutreten und einen langen Atem zu beweisen. Eine organisierte Basis wird sich da leichter tun als EinzelkämpferInnen. Die LISA ist gerne dazu bereit dich/euch zu unterstützen. Ansonsten bleibt nur eine Ausweitung der Krankenstandstage.

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Der Konsens hierzu zwischen der Vida und UG in der Vida

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