People and Baby: Vier Monate des Kampfes … und es geht weiter!

Im April haben wir dir vom Arbeitskampf unserer GenossInnen der Kita „people & baby“ in Paris berichtet. Folgender Artikel der FAU berichtet über den weiteren Verlauf des Konflikts.

Die Gewerkschaftssektion der CNT bei dem privaten Kita-Träger „People and Baby“ (P&B) wurde im November 2009 gegründet. Die Kindertagesstätte „Giono“ im 13. Arrondissement von Paris wurde 2006 von diesem Träger übernommen.

Die Erzieherinnen haben die Gewerkschaftssektion gegründet, um bessere Arbeitsbedingungen zu fordern, ihre Rechte zu verteidigen und ihr ursprüngliches pädagogisches Projekt aufrechtzuerhalten. Dieses Projekt zielt auf das Wohl, die Autonomie und individuelle Entfaltung der Kleinkinder und strebt einen qualitativen Kontakt zu den Familien an.

Die Gewerkschaftssektion der CNT bei dem privaten Kita-Träger „People and Baby“ (P&B) wurde im November 2009 gegründet. Die Kindertagesstätte „Giono“ im 13. Arrondissement von Paris wurde 2006 von diesem Träger übernommen.

Die Sektion bringt im November 2009 ihr erstes Flugblatt [hier] heraus. Nachdem die Direktion zunehmend Druck auf das Personal ausübt und den Arbeiterinnen u.a. Zwangsversetzungen und Aufhebungsverträge „anbietet“, streiken die Erzieherinnen am 1. März 2010 – und werden dabei von den Eltern unterstützt. Am nächsten Morgen werden die Kinder von einem neuen Team empfangen. Die ursprüngliche Belegschaft ist suspendiert. Die Begründung der Direktion? „Verstoß gegen die Hygienevorschriften“. Drei Wochen später haben drei der fünf suspendierten Erzieherinnen ihre Kündigung erhalten. Die Sprecherin der Gewerkschaftssektion wird wieder in der Tagesstätte „Giono“ eingesetzt. Eine weitere Kindergärtnerin wird zunächst in einer anderen P&B-Tagesstätte versetzt – bevor der Druck seitens der CNT ihre Weiterbeschäftigung bei „Giono“ erzwingt.

Gefeuert wurden die Frauen wegen Hygienemängeln. Bei der jährlichen Bewertung im Februar 2010 erhielt das gesamte Team jedoch ausschließlich positive Bewertungen in diesem Bereich. Das Arbeitsschutz- und -gesundheitsamt hat die Vorwürfe schriftlich in Zweifel gezogen. Die Arbeitsaufsichtsbehörde stellt bereits zu wiederholtem Male Verstöße der Firma P&B gegen das Arbeitsrecht fest. Darunter die Behinderung in der Ausübung der Gewerkschaftsrechte und des Streikrechts sowie eine Verbindung der Entlassungen zu dem Streik am 1. März. Mit den Kündigungen will P&B also aktive Gewerkschafterinnen loswerden.

Seit befinden sich die zwei Erzieherinnen, die wieder eingestellt wurden, in einem unbefristeten Streik: Sie stehen solidarisch an der Seite ihrer entlassenen Kolleginnen und kämpfen für die Wiedereinstellung des gesamten Teams in der Kita „Giono“. Unterstützt werden sie von ihrer Gewerkschaft, dem Syndicat Santé-Social et Fonction Publique Territoriale Région Parisienne, und der gesamten CNT. Beistand erfahren sie auch von zahlreichen Aktivisten der Parteien NPA, PCF und PG sowie eines gewerkschaftsübergreifenden Bündnisses (SUD, CGT und FSU) im 13. Arrondissements. Andauernd veranstalten sie Demonstrationen und Versammlungen, Petitionen und auch Besetzungen: eine dreitägige Besetzung der Kita „Giono“ und zwei Besetzungen des Firmensitzes von P&B. Die letzte Besetzung, Ende Mai, dauerte fünf Tage lang. Am Ersten Mai zog die Demonstration am Sitz des Trägers vorbei bis vor den privaten Wohnsitz von P&B-Chef Christophe Durieux.

Zeitgleich wurden auch juristische Schritte eingeleitet. Der Fall ist bereits im Eilverfahren untersucht worden. Zur Güteverhandlung am 27. Mai ist der P&B-Chef Christophe Durieux noch nicht einmal erschienen. Das paritätisch besetzte Arbeitsgericht konnte sich nicht zu einer Entscheidung durchringen – die nächste Verhandlung findet am 29. Juni statt: Die fünf Beschäftigten fordern ihre Wiedereinstellung. Sie lehnen eine Abfindung ab. Es geht um die Würde der Arbeiterinnen und den Respekt der Gewerkschaftsrechte, nicht um einen Kuhhandel.

Diese beispielhafte Entschlossenheit der Erzieherinnen konnte den Arbeitgeber bisher noch nicht zum Nachgeben bewegen. Durieux weigert sich aus Prinzip, seine Entscheidung zu überdenken. Die Beschäftigten ihrerseits können auf die (auch finanzielle) Unterstützung ihrer Gewerkschaft zählen.

Diese fünf Beschäftigten führen einen solidarischen Kampf für die Wiedereinstellung des gesamten Teams in der Kindertagesstätte „Giono“. Sie geben nicht auf! Ein Schlag gegen einen von uns ist ein Schlag gegen uns alle! Leistet Solidarität! Unterstützt den Kampf der Gewerkschaftssektion CNT People and Baby, indem ihr:

-die Onlinepetition unterschreibt [hier]
-die Adresse des Blogs weitergebt: blog – mit vielen Fotos
-der Sektion Unterstützungs-Mails schickt: sectionpetb(a)cnt-f.org
-zum Solidaritätsfonds einen kleinen oder großen Beitrag leistet, um die Streik- und Entlassenenunterstützung der CNT zu ermöglichen.

Section CNT People and Baby.

Originaltext: hier

Die Petition

Zu Händen von:
Monsieur Christophe Durieux, Geschäftsführer von People and Baby, und Monsieur Jérôme Coumet, Bürgermeister des 13. Arrondissements von Paris.

Infolge eines Streiks, mit dem die Beschäftigten für bessere Arbeitsbedingungen und eine andere Ausgestaltung der beruflichen Tätigkeiten in der Kleinkindbetreuung eintraten, waren sechs Beschäftigte der Kindertagesstätte Giono mit einer vorläufigen Suspendierung konfrontiert. Die Kita liegt im 13. Arrondissement und wird von dem Unternehmen „People and Baby“ geführt.
Um diese Maßnahme zu rechtfertigen, führt die Unternehmensleitung Hygieneprobleme in der Einrichtung an. Doch bis dahin hatte es keinerlei Sanktionen oder auch nur Anmerkungen zu dieser Frage gegeben.
Im übrigen hat das Arbeitsschutz- und -gesundheitsamt festgestellt, dass die Unternehmensleitung und nicht die Beschäftigten für diese Frage verantwortlich ist. Die Eltern wurden im Rathaus des 13. Arrondissements empfangen, wo man ihnen versicherte, dass ein Untersuchungsbericht des Mutter- und Kindesschutzamts PMI nicht existiert.
Die Arbeitsaufsichtsbehörde hat ihrerseits die Unternehmensleitung schriftlich aufgefordert, die Sanktionen zurückzuziehen. Der Behörde zufolge stehen die Maßregelungen in direktem Zusammenhang mit der Gründung der Gewerkschaftssektion und dem Streik, zu dem diese aufgerufen hatte.
Nach drei Wochen Suspendierung sind drei Beschäftigte entlassen, die Sprecherin der Gewerkschaftssektion wurde wieder in der Kita Giono eingestellt und eine fünfte Angestellte wurde in eine Unternehmens-Kita von People and Baby versetzt.
Ich bin über die Situation informiert und erkläre meine Solidarität mit den Beschäftigten der Kindertagesstätte Giono. Ich fordere von der Unternehmensleitung von People and Baby, das gesamte Team wieder in der Kindertagesstätte Giono einzusetzen. Ich fordere das Rathaus von Paris auf, seine Verantwortung wahrzunehmen und auf den Dienstleister Druck auszuüben, dem sie die Leitung der Kindertagesstätte übertragen hat.

Die Petition unterzeichnen. [hier]

Quelle: http://www.fau.org/artikel/art_100618-212333

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