Strassenfest gegen Karlsplatz“Säuberung“ – ein Kundgebungsbericht


Am Samstag, den 17. 7. 2010 nahmen 200 bis 300 Menschen, am Aktionstag gegen die Karlsplatz“Säuberung“ teil und sorgten dafür, dass mehrere tausend Passant_innen auf kreative, informative, musikalische und kulinarische Weise über die derzeitige Hetze gegen Drogenkonsument_innen und die Zerschlagung überlebenswichtiger Teile des Drogenhilfssystems informiert wurden.

Für einen genaueren Bericht inkl. Fotos und Flugis geht´s hier weiter:

Der öffentliche Raum konnte heute zumindest für einige Stunden wieder zurückerobert werden. Eine Vokü versorgte die Leute gratis mit Essen. Für die nötige Aufmerksamkeit sorgte eine Sambagruppe durch eine rhythmische, politische und super-laute Performance. Zwischen herumfliegenden Riesenseifenblasen, konnten sich die Leute bei einer Wanderausstellung über die laufende Vertreibung der Konsument_innen vom Karlsplatz informieren. Zwei Infostände sorgten für umfassende Information über Repression, rechtliche Belange und harm-reduction. Neben verschiedensten selbstorganisierten Gruppen und Initiativen, war auch der Sozialbereich durch Bast & LISA vertreten. Dadurch wurde gezeigt, dass Information kein Monopol der Geschäftsführungen ist. Rechtshilfe gab’s auch, was an einem Ort, wie dem Karlsplatz. derzeit sehr beruhigend sein kann.

Durch öffentliche Verschüttung von einem Sack voll Spritzenkolben wurde auf die Problematik hingewiesen, dass gebrauchte Spritzen nur mehr mangelhaft entsorgt werden können. Dadurch kam es fast zum einzigen Gewaltvorfall der Kundgebung. Eine aufgebrachte Passantin drohte dem Aktionisten, der die Rolle des Michael Dressel spielte, eine Watschn an, da sie dachte er wäre wirklich der Drogenkoordinator. Es gelang uns jedoch das Mißverständnis aufzulösen und wir haben die Dame an die zuständige Stelle weitergeleitet. Weiters wurde kritisiert, dass Konsument_innen auch keine sterilen Spritzen mehr vor Ort bekommen können. Die gesundheitlichen Konsequenzen betreffen dabei eben alle, die in dieser Stadt leben! Wir verteilten deswegen eben auch Flugblätter die über den Umgang mit Nadelfunden und Nadelstichen informieren. Lebendig und laut wurde gegen Wegweisungen im öffentlichen Raum und gegen Maulkörbe für kritische Sozialhackler_innen protestiert. (Genaueres zu Kritik und Forderungen siehe Aufruftext)

Der Karlsplatz als Verkehrskontenpunkt hat sich als ideal herausgestellt um Passant_innen Infos zu geben, Gespräche zu führen und sie zum Verweilen zu animieren. Bei den betroffenen User_innen stießen wir auch auf reges Interesse. Viele äußerten die Forderung nach mehr Veranstaltungen wie z.B. dieser Kundgebung. Einige äußerten Kritik wegen mangelhafter Bewerbung der Kundgebung. Abseits der Kundgebung ließ es sich die Polizei nicht nehmen mit der Repression weiterzumachen. So gab es vereinzelte Berichte, dass diese in der Passage weiterhin aktiv war und auch User_innen in die Polizei-Station abzog. Informationsfluß und Überblick war leider nicht ausreichend, um das zu verhindern. Das werden wir jedoch noch verbessern. Es geht weiter!

Bündnis gegen die Räumung des Karlsplatzes

einige Fotos:

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einige Flugis:

Aufrufs-Flugi

Stellungnahme Aktionsbündnis

Stellungnahme_Bast

rechtl. Info User_innen

Harmreduction_Passant_innen

Kohle Sozialbereich

§278a

einige Pickerln:



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