Hände weg vom Pflegegeld

Wir lassen uns ein selbstbestimmtes Leben nicht nehmen!  – Aufruf zur Beteiligung an einer Onlinepetition

Um das Budgetdefizit einzudämmen, sieht sich die die österreichische Bundesregierung veranlasst ein „Sparpaket“ zu Lasten pflegebedürftiger Menschen zu schnüren: Beim Pflegegeld sollen 80 Millionen Euro eingespart werden. Anders ausgedrückt: Pflegebedürftige Menschen haben in Zukunft noch weniger Geld zur Bestreitung ihres Alltages. Bis jetzt wird von Regierungsseite jedoch noch nichts Konkretes verlautbart; erst nach den Wahlen kann erwartet werden, dass die ganze Wahrheit über die Einsparungen beim Pflegegeld veröffentlicht wird. 

Wie Menschen mit Behinderungen, alte Menschen, kranke Personen und mit ihnen die pflegenden Angehörigen damit umgehen werden, dass sie ab 2011 noch weniger finanzielle Mittel zur Verfügung haben werden, steht nicht zur Debatte. Das Pflegegeld ist seit seinem Bestehen immer wieder die erste Adresse, wenn es darum geht, dass der Staat sparen muss.

Quelle & weitere Infos hier.

2 Antworten zu “Hände weg vom Pflegegeld

  1. Heftige Kritik an geplanten Pflegegeldkürzungen

    Lang wurden sie dementiert, nun sind sie da: Die Kürzungen beim Pflegegeld.

    Was vor den Landtagswahlen in Wien und der Steiermark keiner zugeben wollte, wird nach der jüngsten Regierungsklausur Realität. Betroffenenorganisationen befürchten weitere Einschnitte und einen Verlust an Wahlfreiheit.

    Für die Pflegegeldstufen eins und zwei wird künftig wesentlich mehr Pflegeaufwand erforderlich sein als derzeit: In der Pflegegeldstufe eins sollen ab 2011 statt 50 Stunden nunmehr 60 Stunden nachgewiesen werden müssen. In der Pflegegeldstufe zwei wird eine Anhebung von 75 auf 85 Stunden anvisiert. Verbesserungen gibt es einzig in der Pflegegeldstufe sechs, die von 1254 auf 1260 Euro pro Monat angehoben wird. Für Unruhe sorgt zudem die Ankündigung von Bundessozialminister Rudolf Hundstorfer, dass „eine zukünftige Pflegegeldregelung sachleistungsorientiert sein muss“.

    Sparen am falschen Fleck
    Erwartungsgemäß kritisch äußern sich Behindertenorganisationen und Opposition zu den geplanten Kürzungen. Germain Weber von der Lebenshilfe Österreich: „Das ist kein Zukunftsentwurf, wenn bei Pflegegeld und Familienleistungen heftig gespart wird und die überfälligen Einsparungen im Verwaltungsdschungel nicht einmal angedacht werden.“ Weber fordert die Pflegestufen eins und zwei unverändert zu belassen.

    Grausamkeiten statt Selbstbestimmung
    Als „Grausamkeit“ bezeichnet Klaus Voget den Budgetentwurf der Bundesregierung und befürchtet, dass noch weitere Verschlechterungen für behinderte Menschen folgen werden: „Es gibt erste Hinweise darauf, dass das Pflegegeld in den kommenden Pflegefonds wandert.“ Dies würde nach Ansicht Vogets dazu führen, dass behinderte Menschen künftig weniger Wahlfreiheit beim Pflegepersonal haben und so ein selbstbestimmtes Leben erschwert würde.

    Rücktrittsaufforderung an Hundstorfer
    Für Annemarie Srb-Rössler von der Behindertenvertretung BIZEPS sind die Tage des Ministers gezählt: „Ein Sozialminister, der dieser gesellschaftlich besonders schwachen Gruppe derart in den Rücken fällt, hat nichts in dieser Funktion verloren“. BIZEPS hat eine Kampagne ins Leben gerufen, die den Minister zum Rücktritt auffordert.

    Quelle & weitere Infos zum Pflegegeld: http://www.behindertenarbeit.at/TCgi/bha/TCgi.cgi?target=home&p_kat=6&P_TY=NY_&ID_News=965

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s