Dem API geht die Kohle aus

Für die, die es nicht eh schon gehört haben: das Anton Proksch Institut (API) hat Geldprobleme. Diese dürften groß genug sein, um dem ORF eine Berichterstattung wert zu sein. Das API ist selbst auch recht groß. So gehören neben dem Sonderkrankenhaus in Kalksburg, auch eine Entzugs- und eine Langzeittherapiestation, mehrere ambulante Anlaufstellen, Arbeits-, Wohn- und Freizeitprojekte zur Stiftung. Ca. 300 Menschen arbeiten im API und die dürften nun zum Handkuß kommen.

Um den Komplex am laufen zu halten wurde nun eine Konzentration der Abteilungen angekündigt. Da das wohl nicht genügend Geld bringt, können sich die Beschäftigten auf finanziell karge Zeiten einrichten. Während die Geschäftsführung munter bei Arbeitsbedingungen und Einkommen der Basis umstrukturiert, bleibt die Frage offen, wo sie sich selbst für das Finanzdebakel in die Verantwortung nimmt. Während sich ein Stiftungspräsident Hundsdorfer als Krisenmanager medial inszeniert (hat er ja schon beim BAWAG-Skandal geübt) bleibt die Frage offen, wieso er nicht vorher seiner Aufsichtspflicht nachgekommen ist. Während Land und Bund auf die Leistungen des API angewiesen sind, scheinen sie nicht zu verstehen, dass derartige Leistungen auch ihren Preis haben.

Es stellt sich die Frage inwieweit die Beschäftigten des API in der Lage sind den Druck weg von ihnen, hin zu den Verantwortlichen des Debakels zu bringen. Bei derart großen Betrieben, gilt es oft nicht nur örtliche sondern auch professionsbezogene Distanzen zu überwinden. Lohnen würde es sich allemal, da nicht einzusehen ist, dass wieder einmal die Lohnabhängigen zahlen, was die Mächtigen vermasselt haben.

Quelle und weitere Infos:

http://wien.orf.at/stories/466868/

Eine Antwort zu “Dem API geht die Kohle aus

  1. das api, oder auch anton procksch institut verdient auch kein geld. jeder der dort einmal war (die leute trauen sich wahrscheinlich aus scham nicht zu berichten) kann das bestätigen. das api bekommt das selbe geld wie alle anderen spitäler. nur das dort ameisenhaufen am gang sind, die dusche im zimmer nicht funktioniert hat, weil der duschkopf nicht erneuert wurde, die patienten den job der entlassenen putzfrauen erledigen müssen (arbeitstherpie boden aufwaschen – was toll im zusammenhang steht mit dem theoretischen prinzip der therapie: lust im leben, statt drogen und alkohol), und was wirklich gefährlich ist: die software der ärzte funktioniert nicht. was der arzt ins ärzteprogramm an medikation einträgt, kommt nicht beim pflege personal an, und so werden falsche medikamente verteilt, oder in falschen dosierungen). die ärzte tragen offen vor dem patienten ihr machtgehabe und ihre besserwissenheit aus – der eine arzt schlägt medikament a vor, der zweite belächelt ihn, und sagt: das kann aber jetzt nur ein witz sein, herr dr X…
    die zimmer, in die man später kommt (2 bett zimmer) sind unter dem niveau der miesesten jugendherrberge der welt… als therapeuten arbeitete eine 26 jährige psychologin ohne therapieausbildung, die genau keinerlei arbeitserfahrung hatte, und betreut eine gruppe von über 30 patienten. jeder patient erkennt auch schnell, das man über probleme besser nicht redet. denn das wollen die ärzte nicht hören – und es folgt strafe. ausgangsverbote. . . täglich werden programme angeboten, die in letzer minute wieder abgesagt werden, und dann doch zugesagt werden. wäsche waschen muß man um 7-7.30 anmelden, und bekommt einen termin für irgendwann zugeteilt. mineralwasser gibt es um 7-7.30, und nicht selten stellen sich 40 leute um eine flasche mineralwasser an. . . also wenn man vorher noch nicht süchtig war – dort bekommt man auf eines lust: sich maßlos dicht zu machen…

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