ÖGB war gestern – Wir sind Gewerkschaft!

Die Libertäre Initiative Sozial Arbeitender setzt sich für höchst mögliche Löhne im Sozial- und Gesundheitsbereich ein. Angestrebt wird eine Entlohnung, die den Arbeitsbedingungen und der täglichen Belastung angemessen ist und allen im Bereich tätigen Menschen ein gutes Leben ohne Geldsorgen ermöglicht. Gleichzeitig sind massive Verbesserungen am Arbeitsplatz überfällig – sinnlose Bürokratie muss abgebaut werden, Hierarchien eingespart werden, dafür mehr Personal für die Arbeit mit den Menschen eingestellt werden. Wir sind der Meinung, wir haben lange genug zugesehen…

Mit gemischten Gefühlen blicken wir den nahenden Kollektivvertragsverhandlungen entgegen. Einerseits wünschen wir uns eine starke Gewerkschaft, die kämpferisch und selbstbewusst auftritt, andererseits ahnen wir, was wir wohl bekommen werden, nämlich das alljährliche Kasperltheater der Sozialpartner. Da wird wieder hinter verschlossenen Türen(!) um Prozentzehntel gefeilscht werden, der ÖGB wird öffentlich seine Kampfbereitschaft zur Schau tragen und am Ende des Tages werden die Lohnabhängigen wieder den Gürtel enger schnallen müssen. Da ist es ganz gleichgültig, ob die Sozialpartner sich auf +3% oder +4% einigen werden.

Die derzeitige Inflation von etwa 2% (wir wollen diese offizielle verbreitete Zahl an dieser Stelle mal nicht hinterfragen) wird einen Gutteil der Erhöhung fressen und spätestens mit dem zu erwartenden Sparpaket Anfang nächsten Jahres, werden die Arbeiter_innen wieder ein bisschen weniger im Börserl haben als zuvor. Wir haben jedoch nicht vergessen, dass schon die letzten Jahre auf unsere Kosten gegangen sind und die Unternehmer_innen, Firmen und Banken – ja, die Kapitalist_innen – sich aus der Verantwortung geschlichen haben und fette Gewinne gemacht haben. Dabei waren sie um keine Ausrede verlegen: „Es geht um den Wirtschaftsstandort.“, „Die Krise ist noch nicht vorbei.“, „Gehaltserhöhungen können wir uns nicht leisten.“, usw. usf.. Die breite Masse der Arbeiter_innen hielt also die Gesellschaft über Wasser, zahlte Steuern, rettete Banken, subventionierte Betriebe, schaffte mit Steuergeldern Arbeitsplätze und finanzierte Kurzarbeit und Weiterbildungen. Die Politik machte eine ernste Miene zur fröhlichen Umverteilung von unten nach oben und betonte, dass wir alle Opfer zu bringen hätten. Doch wir Arbeiterinnen und Arbeiter fragen uns: „Wie lange können wir uns Reiche noch leisten?“

Ganz ehrlich, uns reicht’s! Und gerade den Menschen im Sozial- und Gesundheitsbereich stinkt es gewaltig! Immer mehr Armut und damit verbundene menschliche Krisen, in Form psychischer aber auch körperlicher Erkrankung sind direkte Auswirkungen verfehlter Politik von oben. Diese behauptet ja: „Mehr Ressourcen gibt es nicht. Jene, die im Sozialbereich hackln müssen halt reinbeissen. Da wird schon niemand in Stich gelassen, nur aus Überarbeitung oder Unterbezahlung“, so das Kalkül. Und tatsächlich ist es schwierig unter solchem Druck aufzustehen und seinen Anliegen Gehör zu verschaffen, oder für die eigenen Interessen zu kämpfen. Aus Ermangelung von Alternativen, werden wir diesen Weg jedoch bestreiten müssen.

Als ersten Schritt, hat die Libertäre Initiative Sozial Arbeitender beschlossen, nicht darauf zu warten, mit welchen Vorschlägen der ÖGB in die (Schein-)Verhandlungen starten wird, sondern machen schon jetzt auf unsere Forderungen aufmerksam!
Die Situation am Arbeitsplatz verbessert sich nicht dadurch, dass wir mehr Geld für unsere Arbeitskraft bekommen. Mehr Kohle bedeutet für uns, dass wir unser Leben außerhalb der Arbeit besser gestalten können. Das allein ist uns jedoch zu wenig, daher fordern wir, zusätzlich zu einer gerechten Entlohnung, auch weniger Arbeitszeit, mehr Mitbestimmung im Betrieb und bessere Arbeitsbedingungen!

Die Libertäre Initative Sozial Arbeitender fordert:

25% mehr Gehalt!
UND einen Mindestlohn von €1.300,- für eine 30h/Woche

10 Wochen Urlaub pro Jahr

Mehr Personal! Wir können nicht die Gesundheit anderer auf Kosten unserer Gesundheit gewährleisten!

Nie wieder Stress und Leistungsdruck! Die Arbeiter_innen bestimmen selbst, wie schnell die Arbeit gewissenhaft erledigt werden kann.

Selbstbestimmung am Arbeitsplatz! Damit die Basis Regelungen wie die €4,- Notschlafstellengebühr nicht mittragen muss!

Recht auf freie Meinungsäußerung! Wer kritisch ist muss gehen? Wir fordern Meinungsfreiheit für alle und Kündigungsverbot für Chefs gegenüber kritischen Mitarbeiter_innen!

Stopp dem Informationsmonopol! Arbeitsbedingungen und die Qualität von Sozial- und Gesundheitsbetrieben sind Teil des öffentlichen Interesses! Keine Maulkörbe für die Basis!

Keinen Zwangsdienst im Sozial- und Gesundheitsbereich. Zivildienst abschaffen! AMSmaßnahmen verhindern! Praktika sind zum Lernen da und müssen gerecht entlohnt werden!

Betriebliche Gleichstellung von

!  Arbeiter_innen und Angestellten

!  Frauen und Männern

! ohne und mit österreichischer Staatsbürger_innenschat

indem Benachteiligte den Bedingungen der Bevorzugten angepasst werden!

LISA – kämpferische Basisgewerkschaft seit 2006 – lädt alle ein, diese Forderungen zu verbreiten, zu unterstützen und sich aktiv einzubringen. Wir stellen diese Forderungen, weil wir davon überzeugt sind, dass sie uns einem lebenswerten und erfüllten Leben näher bringen und weil wir der Meinung sind, dass wir das Recht auf solch ein Leben haben. Unsere jahrelange Bereitschaft Kompromisse zu unserem Nachteil einzugehen hat uns nicht viel gebracht und wird auch zukünftig nichts zum positiven verändern. Genug ist genug!

Wir sind Gewerkschaft! Fordern wir unser Leben zurück!

3 Antworten zu “ÖGB war gestern – Wir sind Gewerkschaft!

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