GdG: Geh halt 2011…

Wer zahlt die Kosten der Krise? Oder ganz konkret, die Kosten der Bankenrettung? Wir alle! Weil Banken „systemrelevant“ sind, Arme, Kranke und überhaupt Angehörige der ArbeiterInnenklasse aber nicht (weil anscheinend ersetzbar), müssen letztere dafür blechen, was erstere verbockt haben. Damit die herrschende Klasse sich auch zukünftig aus dem Staatssäckel bereichern kann – pardon, damit „Krisen wirkungsvoll bekämpft werden können“ – „muss ausgabenseitig gespart“ werden. Drum gibt’s Einschnitte bei Pensionen, Pflegegeld, Familienbeihilfe, Behindertenförderung, Bildung etc. (also überall, wo es denen nicht weh tut, die mit einem Löffel Zucker im Arsch geboren wurden!).

Ausgabenseitig heißt aber auch, dass die Löhne der öffentlich Bediensteten geschröpft werden. Und das geht in Österreich besonders leicht, weil die Verhandlungspartner sich nicht als Kontrahenten, sondern als Parteifreunde gegenübersetzen. Gab es voriges Jahr von Seiten der für den öffentlichen Dienst zuständigen Gewerkschaften GdG und GÖD zumindest noch verhaltenes Gemurre (was auf österreichisch mit „Kampfbereitschaft“ übersetzt wird), um dann 0,9% Gehalts“erhöhung“ als fulminanten Sieg zu feiern (die ganze Story hier und hier ), teilte die GdG nun am 28.10. ohne große Erklärung mit, dass die Gemeindebediensteten 2011 mit 0,85 % „Erhöhung“ abgeschaselt werden (mindestens – und darauf ist man bei der GdG besonders stolz – sollen es astronomische € 25,50 mehr sein! siehe hier)! Warum Erhöhung unter Anführungszeichen steht, erklärt ein Blick auf die (offiziellen) Inflationsraten. Diese lag im Jänner bei 1,2%, hatte ihren Tiefststand im Feber mit 1%, um im September noch mal auf 1,9% zuzulegen. Die Erhöhung, die uns von Politik und politisch verfilzten ÖGB Funktionären zugestanden wird, ist also in Wirklichkeit eine Kürzung!

Einleitend wurde festegestellt, dass ArbeiterInnen nicht systemrelevant sind. Das ist objektiv natürlich falsch. Denn wir sind es, die den gesamten Reichtum erwirtschaften. Das Problem ist, dass wir wegen unserer organisatorischen Schwäche wie Weihnachtsgänse ausgenommen werden können. Nicht zuletzt deshalb, weil es ein leichtes ist, die Klasse zu spalten. In dieser verkehrten Welt ist es  schließlich möglich – obwohl allseits bekannt ist, wo Milliardenbeträge tatsächlich hinwandern –  so zu tun, als wäre der „überbordende Sozialstaat“ Schuld am Staatsdefizit. Mehr noch, man kann sogar bestimmten Bevölkerungsgruppen den schwarzen Peter zuschieben: mal sind es die „Ausländer“, mal die „Beamten“ usw. Nichts ist zu blöd, um nicht von den eigentlichen Skandalen abzulenken und die Ursache der Krise zu kaschieren (jene Ursache der Krise ist genau genommen der Kapitalismus selbst). Und wir sind anscheinend so blöd, uns das gefallen zu lassen.

Aber müssen wir das? Gibt es keine Alternativen? Warum wehren sich z.B. in Frankreich die ArbeiterInnen vehement (siehe hier), während hierzulande maximal geraunzt wird und eine Partei, die sich vor allem durch Lügen, Hetze und (politische, juristische und wirtschaftliche) Skandale hervortut, anscheinend das „Protestpotential“ aus- und abschöpft?

Wir müssen einsehen, dass wir ArbeiterInnen als Klasse in Wahrheit der einzige systemrelevante Faktor sind. Denn wenn wir nicht mehr wollen, geht gar nix mehr! Dazu müssen wir uns aber organisieren, den ganzen alten Schrott los werden und selbst den aufrechten Gang lernen (siehe hier). Das wird nicht leicht, aber wir haben keine Wahl…

Organize now!

2 Antworten zu “GdG: Geh halt 2011…

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