Endlich Urlaub!?

Sie naht mit großen Schritten, die für Urlaube sehr beliebte Sommerzeit. Warum sich gerade die Sommermonate für eine Auszeit vom Arbeitsstress anbieten ist bekannt und hat viele Ursachen. Faktor eins, das Wetter: warm, wenn auch nicht gerade so beständig, wie die von Arbeit gequälte Seele sich das wünschen würde. Wer kann, der_die flüchtet sich sowieso in stabilere Wetterregionen. Faktor zwei: die Ferien. Wer mehrere Wochen Freizeit mit Kindern verbringen möchte, muss sich an den Schulferien orientieren. Faktor drei: mit Freund_innen gemeinsam Zeit verbringen, die in Ausbildung, Job oder Praktikum einen Großteil ihrer Wachzeit verbringen? Wann wenn nicht in den Sommermonaten, in denen alle mehr oder weniger leicht Urlaub bekommen (wenn auch meistens nur 2 Wochen am Stück).
Dieser Run auf die Sommermonate hat einige ziemlich interessante Blüten und Phänomene zum Vorschein gebracht. Einerseits das Keilen um Urlaubswochen im Februar. Wer jetzt im Mai noch nicht weiß, wann er_sie im Sommer frei hat, gehört definitiv zur Minderheit der Lohnabhängigen. Die heiße Zeit im Urlaubsstreit ist oft der Winter, spätestens im April sind die meisten Schlachten geschlagen und die Grenzen gezogen, zwischen im Büro schwitzen und in der Hängematte baumeln. Eine weitere Nebenwirkung zeigt sich in der Form von hochsommerlichen und immensen Preissteigerungen im Tourismusbereich, Hauptsaison heißt das. Während sich schlecht bezahlte Saisonarbeiter_innen die Füße wund laufen, um ihren Teil dazu beizutragen, dass andere erschöpfte Arbeitskräfte sich regenerieren können, verdient sich eine Branche nebenbei eine goldene Nase. Praktisch, der freie Markt… leider eben nur für wenige.
Wobei wir ja festhalten müssen, dass das gar nicht mehr so selbstverständlich ist, das mit dem Urlaub fahren. Denn die Schere zwischen Arm und Reich geht immer mehr auseinander und die einzige Reise, die vielen bleibt, ist die in Richtung Armutsgrenze. Schiurlaube und Sportwochen für die Kinder, das können sich schon lange nicht mehr alle leisten. Aber noch ist es so, dass sich viele (wenn es nur irgendwie geht) die eine oder andere Woche Urlaub leisten. Tapetenwechsel, abschalten, regenerieren. Wie gut dies gelingt ist ganz verschieden und kann einer schlechten Komödie genau so nahe sein, wie den ultimativen Relaxversprechungen der Werbeindustrie. Nun, der Mensch gewöhnt sich an vieles, auch mal an skurrile Gesellschaftsformen. Dieser alljährliche Urlaubswahnsinn ist ja eigentlich schon Gewohnheit. Im Februar die Ellenbogen ausfahren, im Kampf um die gewünschte Urlaubszeit. Im April die Reise buchen, im Idealfall geht’s ohne Ellenbogen, weil die Interessen der Mitreisenden den eigenen entsprechen. Es wird gerechnet, ob 3 oder 4 Sterne, ob eine oder zwei Wochen, ob Pauschalreise oder nicht. Im Vordergrund steht weniger „Was würde ich gern machen und wie viel Zeit möchte ich mir nehmen?“, sondern „Was kann ich mir leisten und wie findet sich ein gangbarer Kompromiss?“. Und warum das alles? Weil im Kapitalismus die Arbeit vorgeht und nicht der Urlaub.
Nun, wir von der LISA haben ja schon immer gemeint: ein Scheißsystem. Da hätten wir mal wieder den Beweis. Die LISA empfiehlt daher für die Ferien- und Urlaubszeit:
– Nimm Rücksicht auf deine Kolleg_innen, auch im Urlaubsstreit. Gebt euch nicht gegenseitig die Schuld, wenn sich Urlaubspläne nicht ausgehen, sondern der Geschäftsführung!
– Vergesst nicht ein gutes Buch einzupacken, wie z.B. dieses hier: Lexikon der Sabotage
– Verbreitet weiterhin die Forderungen:
+++ 25% mehr Gehalt!
+++ 10 Wochen Urlaub pro Jahr
+++ Mehr Personal!
+++ Nie wieder Stress und Leistungsdruck!

Einen Schönen Urlaub wünscht euch, eure LISA!


weiterer Text: Nächstes Jahr werden wir leben!

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