NoWEF!

Das Regionalforum zum Thema Europa & Zentralasien des WEF (World Economic Forum) findet vom 7.- 9. Juni 2011 in der Wiener Hofburg statt. Es ist eine private Zusammenkunft von VertreterInnen internationaler Großkonzerne, Banken und PolitikerInnen aus den führenden Industrieländern. Die kapitalistische Ausbeutung entsteht zwar nicht auf Treffen wie diesen, dennoch werden hier weltweite Geldflüsse und politische Einflussnahmen koordiniert, welche die soziale Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich weiter steigern wird. (no-racism.net)

Auf diesen Treffen werden Risiken und Chancen von globalen Investitionen besprochen. Dazu gehört die Erörterung wirtschaftlicher Eckdaten (z.B. Durchschnittseinkommen, Organisierungsgrad der ArbeiterInnen) und politischer Verhältnisse, sowie die Evaluierung einer Einflussnahme zu Gunsten des globalen Kapitals (z.B. Weltbankkredite).

Es wird vom WEF betont, sämtliche Aspekte der Weltwirtschaft und somit der Menschheit zu betrachten und zu erörtern. So stehen Finanzwirtschaft genau so wie Soziale und Gesundheitliche Absicherung und Umweltfragen auf der Agenda. Alles aber mit Blick auf den maximalen Profit.

Um all das zu gewährleisten, und wohl auch, um der ganzen Rasselbande einen demokratischen Anstrich zu verpassen, werden z.B. auch GewerkschaftsführerInnen eingeladen. So geschehen 2009, als Sharan Burrow, Präsident der “Australian Council of Trade Unions”, erläuterte, dass massive Arbeitslosigkeit und Verlust der Ersparnisse und Pension der Preis des „Casinokapitalismus“ wären.

Diese „tiefgreifende Einsicht“ ist wiederum typisch für Sonntagsreden von Chefs reformistischer Zentralgewerkschaften: nicht der Kapitalismus ist schlecht, sondern lediglich ein ausgewählter Teil des selbigen. Nicht die kapitalistischen Verhältnisse führen zu Krisen, Armut und Krieg, sondern „Heuschrecken“ und „CasinokapitalistInnen“.

Dass diese selbsternannten „voices of labour“ dadurch weder von den ArbeiterInnen, noch von den Bossen ernst genommen werden, darf einen nicht wundern. Schließlich steckt nicht nur das Wirtschaftssystem in einer Krise, sondern auch die (politische) Repräsentation – und das ist gut so!

Wir meinen nämlich, dass GewerkschaftsführerInnen genauso wenig wie Banken- und Konzernchefs unsere Sicht der Dinge repräsentieren. Wir haben weder Gewerkschaftsbosse, noch Wirtschaftsbosse gewählt. Wir haben ihnen keinen Auftrag erteilt, sie sprechen und handeln nicht in unserem Namen! Das können und wollen selber!

Das WEF begreift sich selbst als Versammlung der globalen Elite und somit des weltweiten Wissens. Dennoch konnte das WEF weder die aktuelle Wirtschaftskrise, noch den arabischen Frühling vorhersagen.

Der Gipfel der Unverschämtheit allerdings ist, dass die teilnehmenden global economic leaders sich nicht zu blöd dafür sind, sich zuerst mit unserem Geld aus dem Schlamm ziehen zu lassen, um nun eine Reduktion der öffentlichen Ausgaben fordern! Und jene erfolgt fast ausnahmslos über Sozialabbau! Dass diese Elite entweder nicht in der Lage dazu oder nicht gewillt ist, entschieden gegen schädliche Technologien und die Zerstörung der Umwelt aufzutreten, ist bekannt. Dass diese Elite zwar in der Lage dazu ist, weltweit kapitalistische Verhältnisse zu etablieren, aber keine wirksamen Schritte zur Reduktion der weltweiten Armut unternimmt, liegt in der Natur der (kapitalistischen) Sache.

Zwar kann eine Demonstration gegen das WEF nur Symbolcharakter haben, dennoch rufen wir dazu auf. Es ist wichtig, den Herrschenden zu zeigen, dass wir mit ihrer Herrschaft nicht einverstanden ist! Wenngleich wir die Organisierung in Betrieb und Kommune für ungleich wichtiger erachten, weil wir dort die Wurzel des Übels aber auch die mögliche Veränderung vorfinden!

Vom 7.- 9. Juni 2011 tagt das Regionalforum Europa und Zentralasien des World Economic Forum (WEF) in Wien und Niederösterreich. Ein breites antikapitalistisches Bündnis mobilisiert am 7. Juni um 15.00 Uhr zum Yppenplatz zur Auftakt-Demonstration unter dem Motto Wef-Gipfel angreifen! Für die soziale Revolution„.

2 Antworten zu “NoWEF!

  1. Gestern am 31. 5.wurde von der Polizei die Demo vom Di 7. Juni 15 Uhr am Yppenplatz (Abmarsch 16 Uhr) mit der Route am Gürtel zum Westbahnhof UNTERSAGT.

    Gleichzeitig wurde auch eine Kundgebung am Urban-Loritzplatz untersagt.

    Begründung: „… da bei Einhaltung der geplanten Route der Verkehr im Großraum wien zum Erliegen gebracht würde“.

    Es wurde ein neue Route 15 Uhr (Abmarsch 16 Uhr) vom Yppenplatz durch die Kirchstetterngasse bis Hütteldorferstraße (Zwischenkundgebung im dortigen Park) quer über Gürtel in die Kaiserstraße angemeldet (die bei derzeitigem Stand nicht untersagt wird).

    Schlusskundgebung bleibt ca. 18 Uhr Christian-Broda-Platz (beim Westbahnhof/Anfang Mariahilferstraße).

    Weitersagen! Weitermailen!

    Smash WEF! Smash Capitalism! Proletarian Revolution!

    IA*RKP

    http://at.indymedia.org/node/20566

  2. Ein paar persönliche Anmerkungen:

    In dem Artikel wird zwar erwähnt, dass eine Demo gegen das WEF nur symbolischen Charakter haben kann, dennoch wird das Motto „Wef-Gipfel angreifen! Für die soziale Revolution„ kritiklos übernommen.

    „WEF Gipfel angreifen“

    Oft auch „smash WEF“. Realistischerweise ist es momentan nicht mal in Spanien oder Griechenland möglich, einen derartigen Gipfel erfolgreich anzugreifen. Also mit Aussicht auf Erfolg (Zerschlagen, Verhindern etc.). Wie soll das also in Wien möglich sein? Glaubt man ernsthaft, man wäre in der Lage dazu, die Einsatzkräfte zu überlisten oder gar zu überrumpeln? Und wenn, was hätte man davon?
    Warum werden diese Stehsätze also verwendet, wenn man weiß, dass die darin enthaltenen Forderungen oder „Empfehlungen“ unrealistisch sind? Als Art Gebet? Wenn schon Stehsatz, warum nicht einer umfassenderer, wie etwa „Kapitalismus abschaffen“?

    „Für die soziale Revolution“

    Ja, dafür bin ich auch. Ich bin aber dagegen, die soziale Revolution in einem Atemzug mit einem Event wie dem WEF zu nennen! Denn würde die soziale Revolution stattfinden, wären diese Gipfel (mit der jetzigen Zusammensetzungen und zu dem jetzigen Zweck) ohnehin obsolet. Umgekehrt würde die „Zerschlagung oder Verhinderung“ solcher Gipfel nicht bedeuten, dass die soziale Revolution stattfindet!!!! Jene kann nämlich nur an den Orten der Ausbeutung und in den Kommunen beginnen und stattfinden, nicht auf der Straße, nicht im Parlament, nicht auf irgendwelchen Gipfeln oder im Rahmen irgendwelcher Demos gegen Gipfel! Natürlich kann man davon ausgehen, dass eine Umgestaltung der Gesellschaftlichen verhältnisse mit Massendemos und Massenversammlungen einhergeht, jene sind dann aber eher Ausdruck der Umgestaltung, nicht aber Zentrum derselbigen!

    man stelle sich vor, es ist WEF Gipfel und niemanden interessierts! Es interessiert niemanden, weil den Leuten, die sich dort versammeln der Boden unter den Füßen weggerissen wurde, nämlich die kapitalistische Wirtschaftsweise! Das muss der Anspruch sein, daran müssen wir arbeiten, auch wenns weniger fetzig klingt als „smash“, „angreifen“ oder „zerschlagen“ (was aber ohnehin maximal in linksradikalen Kreisen Anklang findet, und nicht mal dort ist es – zu Recht – Konsensfähig!)…

    Hören wir auf gegen Windmühlen zu kämpfen, die Soziale Revolution ist eine zu ernste Angelegenheit! Wie es im Artikel steht: eine Demo hat symbolischen Charakter (steckt auch schon im Wort Demonstration) und ist selbstverständlich wichtig und richtig! Nicht mehr, aber auch nicht weniger!!!

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