eure berechnung MACHT uns TOT – Demo 29.11.

Am 29.11. findet eine Demo aller Gruppen (UND der solidarischen Öffentlichkeit) gegen das Kaputt-Sparen des Amerlinghauses statt.

Treffpunkt: 17 Uhr Stiftgasse/Siebensterngasse und dann geht´s zum Rathaus!

Wo treffen? Wo planen? Wo organisieren? Wo veranstalten? Wo arbeiten?

nicht erwünscht?

Wir von der LISA sind direkt vom Verschwinden des kollektiven & widerständigen Raumes des Amerlinghauses betroffen und stellen eine der gefährdeten Gruppen dar, die in ihrer Arbeit erheblich eingeschränkt sein wird. Auch andere Gruppen sind betroffen.

Die Lage des Amerlinghauses ist ernst wie nie zuvor. Wir ihr wahrscheinlich wisst, wird das Haus seit Jahren konsequent unterfinanziert. Die Subventionen sind seit Jahren gleich geblieben, doch alle anderen Kosten wie Miete, Gehälter oder Betriebskosten sind gestiegen. Nun soll das Haus in der bisherigen Form aufgelöst werden!

Wir ersuchen euch nun, als ersten Schritt das unten angeführte Protestmail an die zuständigen Stellen zu schicken und möglichst breit weiterzusenden! Daneben ersuchen wir euch um eure Kreativität: sprecht PolitikerInnen an, sendet LeserInnenbriefe, diskutiert, seid lästig!

Fakten: Amerlinghaus bezahlt Gesiba-Spekulationen

Das Haus ist in einer Schuldenfalle. Die Mietschulden bei der Gemeinde-eigenen Gesiba, die das Haus verwaltet, steigen immer mehr. Die Gesiba hat in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal mit einer Räumungsklage gedroht. Daneben konnten Teile der September- und die Oktober-Gehälter nicht bezahlt werden (mittlerweile schon) und in Teilen des Hauses wurde bereits der Strom sowie das Internet aufgrund von unbezahlten Rechnungen abgedreht.

Seit Wochen verspricht uns die Gemeinde, dafür zu sorgen, dass wir zumindest das nötige Geld für die laufenden Zahlungen sofort erhalten. Jetzt knüpft sie dies plötzlich an den Bedingungen, dass wir SOFORT ein Konzept zur Umstrukturierung des Hauses für die Zeit nach Juni 2012 vorlegen, in dem weitere Einsparungen in der Höhe von ca. 50.000 Euro jährlich sowie ein Verzicht auf den Großteil der Räume im Amerlinghaus enthalten sind. Die Schulden des Trägervereins, für die der Vorstand natürlich haftet, wachsen kontinuierlich an.

Die Gruppen im Amerlingshaus bezahlen real die Verluste der Gemeinde-eigenen Gesiba, die laut Rechnungshofbericht im Gasometer-Shopping-Center Millionenverluste macht. Die Gesiba verlor dort 2010 im Rahmen einer Sanierung 6,4 Millionen Euro, zusätzlich wurden von der Gemeinde die Stromrechnungen erlassen. (Profil 38/2011)

Und für das Amerlinghaus soll kein Geld das sein?

(detaillierte Infos zur geplanten Umstrukturierung finden sich nach dem Protestmail)

Wir ersuchen euch daher dringend, unten stehendes Protestmail – ob abgeändert oder nicht – schnell an die Zuständigen zu schicken (und in eurem FreundInnenkreis oder sonstigem sozialen Umfeld zu verbreiten!!!

Protestmail:

An: michael.haeupl@wien.gv.at , maria.vassilakou@wien.gv.at , christian.oxonitsch@wien.gv.at

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrter Herr Stadtrat!

 

Das Amerlinghaus ist vom jüngsten Vorschlag der Gemeinde Wien existentiell bedroht. Es soll ein Teil des Hauses der Gesiba zur gewinnbringenden „Verwertung“ überlassen werden, die Jahressubvention gestrichen werden und somit das Haus in dieser Form zerschlagen werden. Gleichzeitig sind Millionen von Euro da, um die Gesiba in Hinblick auf das Shopping-Center Gasometer zu entlasten.

Ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen, dass eine Zerschlagung des Amerlinghauses für mich nicht in Frage kommt. Jeder Versuch, das Projekt Amerlinghaus zu zerstören, wird auf meinen Widerstand stoßen.

Statt dessen fordere ich Sie auf, das Amerlinghaus zu entschulden und mit der für das schuldenfreie Arbeiten notwendigen Subvention auszustatten sowie die notwendigen Reparaturen durchführen zu lassen.

Ich ersuche Sie, mich über alle Schritte zu informieren, die Sie in dieser Angelegenheit setzen.

 

Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank im Voraus für Ihre Antwort

Fakten: Bedingungen der Gemeinde

Nun hat uns die Gemeinde Wien ihre Bedingungen für eine Entschuldung genannt. Diese Bedingungen bedeuten eine Zerschlagung des Hauses.

Konkret soll es die bisherige Subvention nur noch bis Mitte 2012 geben, danach soll das Haus eine völlig neue Struktur bekommen.

Was sind nun die Bedingungen der Gemeinde Wien?

  • Die Räume werden massiv reduziert, die Hauseigentümerin Gesiba – die zu 100% der Stadt Wien gehört – wird den Rest gewinnbringend „verwerten“.
  • Es soll in Zukunft keine Jahressubvention für das Haus geben, sondern nur noch Projektsubventionen. Das bedeutet wahrscheinlich, dass Gruppen Miete zahlen müssen. Die Gruppen, die weniger leicht an Subventionen kommen, bleiben über.
  • Es sollen nur noch bestimmte Gruppen im Haus bleiben. Vor allem jene Gruppen, die nicht zum „neuen Spittelberg“ passen und keine fixen eigenen Räume im Haus haben, werden dann keine Bleibe mehr haben. Das betrifft einerseits die politischen Gruppen, aber auch alle, die für eine bestimmte Sache einen Raum brauchen, etwa KünstlerInnen sowie marginalisierte Gruppen (z.B. Arbeitslose) oder MigrantInnen.

Und auch die Gruppen, die im Haus bleiben können, stehen durch die „Projektfinanzierungen“ statt der Jahressubvention vor existentiellen Problemen

  • Für die Gruppen, die in diesem veränderten Haus dann keinen Platz mehr haben, soll es Ersatzräume, beispielsweise in Häusern der Begegnung geben. Doch dort wird niemand sehen, wenn Räume schleichend gekürzt werden und auch die Selbstbestimmung ist dort nicht gegeben.
  • Seit Jahren trommelt die FPÖ in fast jeder Wien-weiten Postwurfsendung gegen das Amerlinghaus. Wir haben den Eindruck, dass Rot-Grün hier vor dem Druck der FPÖ zurückweicht.

Zusammengefasst: ab Mitte 2010 soll es das Amerlinghaus in dieser Form nicht mehr geben. Die Räume werden gewinnbringend verwertet, die politischen Gruppen und viele andere werden vertrieben.

Wir alle sind das Amerlinghaus!

Abseits von Mainstream, Konsumrausch und mentalem Fast Food sind wir ein Zentrum für die lebendige Zivilgesellschaft und wollen es auch bleiben!

Wir brauchen Deine Unterstützung!

Das wird nicht ohne unseren entschiedenen Widerstand geschehen. Wir betrachten das als einen existentiellen Angriff auf unsere Existenz und werden entsprechend antworten.

Amerlinghaus bleibt

2 Antworten zu “eure berechnung MACHT uns TOT – Demo 29.11.

  1. Hier ist die Antwort der Büroleiterin von Frau Vassilakou, Claudia Smolik, die ich bekommen habe:
    Sehr geehrter Herr Serniclay!

    Vielen Dank für Ihre E-Mail vom 28. November 2011 an Frau Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin Mag.a Vassilakou.

    Die Verhandlungen zwischen dem Vorstand des Amerlinghauses und dem zuständigen Stadtrat Christian Oxonitsch haben unserer Information nach ergeben, dass es noch dieses Jahr eine Finanzierung für das Amerlinghaus geben wird. Somit ist die Finanzierung des Amerlinghauses gesichert.

    Ich möchte auch noch betonen, dass für die rot-grüne Stadtregierung nie zur Debatte stand, das Amerlinghaus zu schließen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Claudia Smolik
    Büroleiterin

    Büro Vizebürgermeisterin und amtsführende
    Stadträtin Mag.a Vassilakou
    Geschäftsgruppe Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz,
    Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung
    Tel: 4000-81674
    Fax: 4000-99-81670
    /src/compose.php post@gsk.wien.gv.at

  2. Heute hat mir Christian Oxonisch, der „zuständige Stadtrat für Bildung, Jugend, Information und Sport“, so geantwortet:

    Sehr geehrter Herr Serniclay!

    Herzlichen Dank für Ihr Schreiben, das Sie auch an Herrn Bürgermeister Dr. Michael
    Häupl und Frau amtsführende Stadträtin Maria Vassilakou gerichtet haben. In Ihrem
    Schreiben bringen Sie Ihre Besorgnis über den Fortbestand des Amerlinghauses zum
    Ausdruck. Als zuständiger Stadtrat für Bildung, Jugend, Information und Sport darf
    ich Ihnen dazu Folgendes mitteilen:

    Seit vielen Jahren fördert die Stadt Wien das Amerlinghaus und sichert so den
    Bestand dieser Einrichtung. Ich darf Ihnen mitteilen, dass auch für das laufende
    Jahr die Subventionierung in der Höhe von EUR 250.000,- schon zu Beginn des Jahres
    beschlossen wurde, um dem Verein somit zeitgerecht die entsprechende Planungen für
    das Jahr 2011 zu ermöglichen. Die aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen 2007
    erfolgreich begonnene wirtschaftliche Konsolidierung hat erwarten lassen, dass diese
    Basisfinanzierung in Verbindung mit den Einnahmen des Vereins eine ausreichende
    Absicherung des Projektes gewährleistet. Der Verein ist aber im Laufe des Jahres mit
    einem aufgelaufenen Schuldenstand und der Forderung nach weiterer finanzieller
    Unterstützung an die Stadt Wien herangetreten. In den letzten Monaten gab es daher
    zwischen der Stadt und der Vereinsleitung vermehrt Gespräche, um in dieser – für
    alle sehr angespannten budgetären Lage – den Fortbestand des Hauses auch in Zukunft
    zu sichern. Die Stadt Wien hat eine Subvention in der Höhe von EUR 260.000,-
    zugesichert, die auch eine Entschuldung des Vereines ermöglichen soll. Dafür ist es
    aber notwendig, dass der Verein – in enger Kooperation mit der förderabwickelnden
    Stelle – eine Strukturreform von innen heraus durchführt.
    Der Verein ist gefordert seine Anstrengungen zu verstärken, um den Fortbestand des
    Projektes in wirtschaftlicher und inhaltlicher Hinsicht abzusichern. Ich erwarte
    mir, dass durch diesen Transformationsprozess der Verein gestärkt in die Zukunft
    geht.

    Wie die zahlreichen an mich gerichteten Zuschriften zeigen, hat das Amerlinghaus
    eine große Zahl an Unterstützerinnen und Unterstützer. Dies freut mich, da neben der
    Subvention der Stadt Wien es Menschen wie Sie braucht, die durch ihr Engagement und
    ihre tatkräftige Mithilfe dieses Projekt der zivilen Selbstverwaltung inhaltlich und
    wirtschaftlich lebendig halten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christian Oxonitsch
    Amtsführender Stadtrat für
    Bildung, Jugend, Information und Sport
    1082 Wien, Rathaus, Stiege 5
    Telefon: (+43 1) 4000-81180
    Fax: (+43 1) 4000-99-81180
    E-Mail: christian.oxonitsch@wien.gv.at

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