Monatsarchiv: April 2008

HERAUS ZUM ERSTEN MAI!

Erster Mai – Einerlei?

Erster Mai: Staatsfeiertag? Sozialdemokratische Selbstbeweihräucherung oder linksradikales Karnevalsspektakel? Das alles vielleicht – Eigentlich aber ist der erste Mai der Kampftag der ArbeiterInnklasse! Klingt doof? Wir meinen nicht.

Von sämtlichen Parteien und Diktaturen vereinnahmt und missbraucht, nahm dieser Tag 1886 in den USA seinen Ausgang. Die amerikanischen Gewerkschaften riefen für den 1. Mai 1886 zum Generalstreik für die Durchsetzung des 8-Stunden Tages auf (wie schon zuvor in Australien). In der Folge kam es zu Massenstreiks, welche in Chicago zu massiven Auseinandersetzungen mit der Polizei führten. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen DemonstrantInnen und der Polizei starben am 3. Mai zwei ArbeiterInnen. Am 4. Mai warf ein Unbekannter während einer ArbeiterInnenversammlung am haymarket eine Bombe in die Reihen der Polizei, welche die Versammlung stürmte, und tötete damit einen Polizisten. Sechs Polizisten starben an den Folgen ihrer Verletzungen. Die Zahl der toten DemonstrantInnen in Folge der anschließenden Auseinandersetzung wird auf das dreifache geschätzt. Acht Organisatoren der Kundgebung – die sogenannten Anarchisten von Chicago – wurden daraufhin festgenommen und des Tatbestandes der Verschwörung angeklagt und verurteilt. Vier von ihnen wurden durch den Strang hingerichtet, einer beging in seiner Zelle Selbstmord. Die restlichen drei wurden Jahre später begnadigt. Weiterlesen

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Workshop am 27.4.2008

Workshop „Betriebsgruppe – Vollversammlung –

anarchosyndikalistische Betriebsarbeit“

27.04.08 14-20 Uhr im Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien

Veranstaltet von AS:WI und LISA

Preiserhöhung: Alles Gute kommt von Oben!

Nahrungsmittel sind im Vergleich zum Vorjahr um 8, 4 % teurer! Die Mietpreise und Energiekosten haben ebenfalls zugelegt. Unsere Löhne aber stagnieren.

Laut der Zeitung „heute“ mahnt nun schon der – nach der Polizei – zweitbeste Freund des Menschen, also die Kirche, unsere PolitikerInnen (welche dann wohl die drittbesten Freunde darstellen). Wie der Caritas-Chef Kübler richtig feststellt, handelt es sich hierbei um ein globales Problem. Auf Haiti und in Bangladesh führte die Preisexplosion schon zu Unruhen. Wenn aber der Kübler feststellt, dass es weltweit mehr Ölspeicher als Getreidespeicher gibt, mag er zwar auch recht haben – Nur hat das halt mit dem Problem nichts zu tun. Es gibt genug Nahrungsmittel für alle. Es ist eine Eigenart des Kapitalismus, dass Menschen verhungern, während die Getreidespeicher voll sind. Das regelt der Markt – Das muss man verstehen. In Zagreb gingen am 12. April zehntausende ArbeiterInnen – darunter auch AnarchosyndikalistInnen – auf die Straße, um gegen die Preiserhöhung zu protestieren. Es ist an der Zeit, dies auch hierzulande zu tun. Mögen die Einen beten und die Anderen bitten – Wir ArbeiterInnen aber sollten uns besser aufs kämpfen verstehen. Kapitalismus ist nicht reformierbar!

Last but not least fordern wir vom Kübl(er), die Caritas MirabeiterInnen endlich angemessen zu bezahlen. Setzt er das um, kann er ja- anstatt ständig anderen den Schwarzen Peter zu zu schieben – einmal mit gutem Beispiel voran gehen!

Gewerkschaft von unten!

SOLIDARITÄT mit Utah Phillips!

Der Wobbly-Barde Utah Phillips ist schwer erkrankt. Er kann nicht mehr auftreten und braucht dringend finanzielle Unterstützung.

Utah Phillips hat Zeit seines Lebens als IWW-Musiker, Sänger, Dichter, Schriftsteller und, vor allem, Organizer den Geist des Kampfes gegen die Bosse und für eine bessere Welt hochgehalten.

„Nun ist es an der Zeit“, wie es seine Unterstützer in den USA ausdrücken, „ihm zu zeigen, was wir von ihm gelernt haben und die Solidarität, die er uns gelehrt hat, praktisch werden zu lassen.“

Wer unseren „fellow“ unterstützen will, soll sich bitte beim Sekretariat der FAS unter „foed-sekretariat(at)lnxnt.org“ melden!

Solidarity forever!

Das Sekretariat der FAS

Demokratie und derlei Firlefanz, oder warum der ÖGB nicht refomierbar ist!

Über den Unterschied von Selbstorganisierung und Stellvertretersystem anhand des Beispieles der MA 15.

Es heißt ja, wir leben und arbeiten in einem demokratischen System. Da gibt es Wahlen, Meinungs- und Redefreiheit sowie Mitbestimmungsrechte. Ein parlamentarisches System zeichnet sich dadurch aus, dass die Demokratie nicht direkt, sondern indirekt ist. Das rührt unter anderem daher, da die sogenannten Gründerväter der ersten großen demokratischen Republik der Neuzeit, also den USA, eine gewisse Skepsis – wenn nicht sogar Angst – vor der direkten Machtausübung durch das Volk hatten. Man spricht deshalb auch von einem Repräsentativsystem oder Stellvertretersystem.

Der Artikel über die Machenschaften, oder besser – Nichtmachenschaften – der FSG in der MA 15 weiter unten auf dieser Seite beschreibt wie solch ein System in der Praxis funktioniert: Ich wähle theoretisch Stellvertreter (PersonalvertreterIn/Betriebsräte). Diese bilden mit StellvertreterInnen aus anderen Bereichen ein Gremium, welches wiederum ein Gremium auf höherer Ebene bildet. Theoretisch deshalb, da in Wahrheit nicht direkt gewählt wird, und auf höheren Ebenen Personen auch schon mal bestimmt werden (z.B. vom ÖGB). Weiterlesen